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Das Kino ist tot, lang lebe das Kino!

Warum sollte man noch ins Kino gehen, wenn immer mehr gute Filme auf Netflix und Co. erscheinen? Mit dieser Frage haben sich vier Experten beschäftigt. Eine Generation ist besonders schwer zu erreichen.



Couch oder Kinosessel
  Foto: Frank Wunderatsch

Hof - Die Deutschen sind kinomüde geworden. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, beschäftigt jedoch in Zeiten von Netflix und Co. immer mehr Verleiher und Kinobetreiber. Wie heikel dieses Thema ist, zeigte sich am Freitagnachmittag in der voll besetzten "Weißen Wand". Unter Moderation von Alfred Holighaus, Autor und Produzent, diskutierten beim Panel-Gespräch "Couch oder Kinosessel" mehrere Experten über rückläufige Besucherzahlen und wurden fast minütlich von Zuhörern mit Fragen unterbrochen.

"Während in Frankreich fast 80 Prozent der Leute noch regelmäßig ins Kino gehen, sind es in Deutschland nicht mal 40 Prozent", stellte Podiumsgast Christian Pfeil klar, Geschäftsführer mehrerer Kinos in München, Gera und Jena. Woran liegt es? An den teuren Kino-Tickets, sagten die einen. An der Faulheit der Menschen, waren sich die anderen sicher. "Bei Streamingdiensten kann man die Filme wann man will und wo man will schauen. Die Zuschauer fühlen sich freier in ihrer Entscheidung", sagte Luc Freijer, Filmtheater-Leiter aus den Niederlanden. Er hat die Abrufplattform "Picl" gegründet, auf der Filme zeitgleich zum Kinostart und gegen eine Gebühr online gezeigt werden. Etwa 2000 zusätzliche Zuschauer hat er so gewinnen können.

25.10.2019 - Panel: Couch oder Kinosessel - Foto: Frank Wunderatsch

Couch oder Kinosessel
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Eine Idee, die auch in Deutschland umsetzbar wäre? Das kommt zumindest für Wiebke Thomsen nicht infrage. Sie betreibt in Hannover nach eigenen Angaben das kleinste Kino der Welt, in dem nur 24 Personen Platz finden. "Kino ist die Gegenbewegung der wachsenden Anonymität, man begegnet sich hier", betonte sie. Es wäre kontraproduktiv, diese Eigenschaft aufs Spiel zu setzen und in Streaming zu gehen. "Kino ist ein Erlebnis, darauf lässt man sich ganz bewusst ein und so soll es auch bleiben." Dafür gab es kurzen Applaus.

Sich vor der Entwicklung zu verschließen, davon hält Thorsten Schaumann, künstlerischer Leiter der Hofer Filmtage, nicht viel. "Wenn wir uns der Digitalisierung und dem Fortschritt nicht stellen, dann ergeht es uns genauso wie der Musikindustrie", stellte er klar. Dienste wie Spotify und Co. haben der Musikbranche stark zugesetzt. Die Umsätze, die Plattenfirmen einst mit CDs erwirtschaftet haben, sind ganz eingebrochen.

Doch wie soll man die Zuschauer zurück ins Kino holen, wo doch die eigene Couch zu Hause so bequem erscheint? "Die Kinos müssen aufgewertet werden. Viele befinden sich im desaströsen Zustand", schlug Christian Pfeil vor. Ein anderer Zuhörer forderte mehr Filme, die in Originalfassung gezeigt werden: "Mich nervt die deutsche Synchronisation." Eine Zuhörerin mischte sich ein: "Machen wir uns nichts vor. Die Leute, die eh schon ins Kino gehen, die werden es auch weiterhin machen. Aber die jungen Menschen sind da weg." Nicken auf dem Podium. Wie man diese "verlorene Generation" wieder zurück ins Kino holt, dafür gab es auch hier keine Patentlösung.

Autor
Alina Juravel

Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
20:02 Uhr

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Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
20:02 Uhr



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