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Filme für ein Kinoleben danach

Das Cine-Center Hof hat im Galeriehaus auf die 53. Internationalen Filmtage zurückgeblickt. Alles, hieß es, sei prima gelaufen: "Das Kino liebt Hof, und Hof liebt das Kino."



Filmtage-Chef Thorsten Schaumann und Ana Radica, die Vorsitzende des Vereins Cine-Center, bei der Hauptversammlung im Galeriehaus.	Foto: asz
Filmtage-Chef Thorsten Schaumann und Ana Radica, die Vorsitzende des Vereins Cine-Center, bei der Hauptversammlung im Galeriehaus. Foto: asz  

Hof - Das Festival im vergangenen Oktober begann mit dem Film "Baumbacher Syndrom", in dem ein Medienstar seine Stimme verliert. Ganz ähnlich hörte es für den künstlerischen Leiter Thorsten Schaumann auch auf: Er brachte keinen Ton mehr hervor. Doch bei der Hauptversammlung des Vereins Cine-Center, der die Filmtage veranstaltet, war am Donnerstag alles wieder gut. Schaumann zog eine rundum positive Bilanz: "Wir haben gezeigt, dass wir es können. Die Leute fühlen sich wohl bei uns."

Im 53. Jahr der Filmtage ist die Besucherzahl noch einmal gestiegen. Schaumann führt das unter anderem auf zehn Prozent mehr Fachpublikum zurück. Hof ist ein Branchen-Treffpunkt. 520 Fachbesucher waren während der sechs Festivaltage akkreditiert, unter ihnen viele junge Produzenten und Verleiher. "Hof ist ein Nachwuchsfestival", betont der Filmtagechef. "Man kommt her, um Filme zu sehen. Einen roten Teppich brauchen wir nicht." Oft werden Filme, die hier Premiere haben, auch verkauft: Sie finden den Weg ins Kino und haben ein "Leben danach". Gerade auch die Kinobetreiber, sagt Schaumann, "finden unser Festival geil".

Nicht mehr so breit wie früher ist bei den Filmtagen die Großstadtpresse vertreten. Das hat mit den starken Veränderungen in der Medienlandschaft zu tun. Um mehr junge Leute zu erreichen, arbeitete das Festival in diesem Jahr erstmals mit einer Agentur zusammen, die Informationen koordiniert und über die sozialen Medien, vor allem Instagram und Facebook, verbreitet. Das Besucherplus bei den Clubgesprächen, die zum Teil in der "Weißen Wand" stattfanden, wird darauf zurückgeführt. Neu war auch eine Liveschaltung des Radiosenders Bayern 2, der, wie Cine-Center-Vorsitzende Ana Radica sagt, seine Sendung im nächsten Jahr wiederholen will.

Im digitalen Zeitalter, sagen Radica und Schaumann, müsse man kontinuierlich Ideen und Strategien entwickeln und vor allem neue Kommunikationswege nutzen. Freilich freut man sich auch darüber, dass manches so ist wie in alten Zeiten. Das gilt besonders fürs Galeriehaus, das während der Filmtage wieder ein beliebter Treffpunkt ist. "Es war diesmal zeitweise kein Durchkommen mehr", sagt die Cine-Center-Chefin. Das Haus gehört inzwischen ganz dem Verein. Die Renovierung ist im Gange. Die Toiletten wurden bereits saniert; nun ist die Küche dran.

Zwar standen bei der Versammlung auf einigen Positionen auch Wahlen an, doch Veränderungen ergaben sich nicht: Der zweite Vorsitzende Andreas Walter und Schatzmeister Peter Geilenkirchen wurden einstimmig bestätigt. Finanziell steht der Verein gut da: 2018 wurden knapp über 600 000 Euro eingenommen und ausgegeben. Das Budget anderer Festivals mag höher sein, doch Hof zeichne sich, sagt Schaumann, durch mancherlei Vorteile aus. Dazu gehören kurze Wege und ein engagiertes Team. Fazit des Festivalchefs: "Das Kino hat noch immer extreme Kraft. Wir wollen, dass das ewig so bleibt."

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Ralf Sziegoleit
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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
18:24 Uhr

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Ralf Sziegoleit

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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
18:24 Uhr



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