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Kommentar: Die Filmtage trotzen Corona

Die 54. Internationalen Hofer Filmtage sind Geschichte. Ein schwieriger Jahrgang ging zu Ende. Ja, man könnte sogar von einem sehr schwierigen Jahrgang sprechen. Die Corona-Pandemie bereitete gleich mehrfach Probleme. Es wurden in 2020 viel weniger Filme gedreht und fertiggestellt als üblich.



Somit war auch das Auswahl-Angebot so begrenzt wie kein einziges Mal in den vergangenen Jahren - was auf die Qualität der ins Programm genommenen Filme durchschlagen musste. Zudem konnten viel weniger Menschen als in normalen Zeiten diese Filme sehen. Und so blieben die Kinos entschieden leerer als üblich. Auch war‘s undenkbar, Menschenansammlungen zu erlauben. Ergo hielt sich 2020 nicht nur der Prominenten-Ansturm in Grenzen, sondern fielen zu allem Überfluss sämtliche Partys aus.

Das Team der Hofer Filmtage hat das Maximale aus dieser belastenden Situation gemacht. Da wurden Räumlichkeiten als zusätzliche Kinosäle umfunktioniert. Man stampfte kurzfristig ein Video-on-Demand-Angebot aus dem Boden. Da gab es Talk-Runden online. Und man hat sogar, als das Festival bereits lief, immer wieder Korrekturen vorgenommen. Weil niemand die Arbeit zu anstrengend war, weil jeder Aktive für die Sache brennt: dem Kino ein Fest bereiten. In Hof!

Selbstverständlich gab es trotz Corona zahlreiche gute Filme zu sehen. Was jedoch den 54. Filmtagen zur Last gelegt werden muss: ein zu hohes Maß an Ambition. Die ganze Schwere der Welt, abgeladen auf den schmalen Schultern der Film-Enthusiasten. Klar, ist’s irgendwie verständlich, das ist der Sinn des Filmemachens, will man Relevanz erzeugen. Und doch kam das Leichte in dem Jahrgang zu kurz. Darf man in diesen Zeiten eigentlich noch lachen?

Thorsten Schaumann, der künstlerische Leiter, sagt von sich, er sei ein Kino-Mensch. Und so gab es auch diesmal keine Premieren von Filmen oder Serien, die danach ausschließlich bei Streaming-Diensten "verschwinden" würden. Ob das richtig oder falsch ist, sollte die Zukunft zeigen. Schaumann hat sicher insofern recht: Nicht mehr wirklich an das Kino vor Ort gebundene Streifen könnten die Hofer Filmtage irgendwann ersetzbar machen. Sollte sich solch ein System, das ohne Kino auskommt, durchsetzen und sollte zudem Video auf Anforderung keine Notlösung sein, sondern Standard - dann wäre das Festival entkoppelt von einem realen Ort. Dann bräuchte es nicht mehr Hof, das Home of Films, um Filme populär zu machen. Insofern war es bei allen berechtigten Bedenken wohl richtig, das Festival auch vor Ort stattfinden zu lassen.

Bessere Zeiten werden kommen. Zeiten, die abermals Filmhits wie den Oscar-Abräumer "Shape of Water" (2017) oder den ebenfalls Oscar-prämierten Streifen "Jojo Rabbit" (2019) als Deutschland-Premiere in Hof zeigen. Doch schon jetzt kann sich das Filmtage-Team feiern lassen: Der Eröffnungsfilm "Und morgen die ganze Welt" besitzt durchaus das Potenzial, Deutschland als Kandidat für den Auslands-Oscar zu vertreten.

 

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Thoralf Lange

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2020
19:38 Uhr

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Thoralf Lange

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25. 10. 2020
19:38 Uhr



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