Lade Login-Box.
Topthemen: Hofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb


Historie

Peter Kern: "Ich schaue nur nach vorn"

Der Filmpreisträger spricht im Interview über den Deutschen Film, seine eigenen Filme und seine Interessen. Peter Kern sagt aber auch, was er an Hof als Festivalstadt so schätzt.



Interview: mit Peter Kern, Schauspieler,   Regisseur, Autor und Produzent
Interview: mit Peter Kern, Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent  

Sie waren schon oft Gast in Hof. Was bedeuten die Hofer Filmtage für Sie:

Hof ist eine sehr eigene Grenzstadt, urbayrisch aber auch mit Weitsicht. Seit 45 Jahren beweist die Stadt, das sie den Durchschnitt des zukünftigen Publikums repräsentiert. Die Meinung der Hofer ist entscheidend über die Reise eines Films in die Welt. Publikum, Verleiher und Kinobesitzer sitzen eng beieinander in einem Raum und spüren die Reaktionen des Publikums hautnah. Badewitz hat hier das wichtigste deutsche Filmfestival etabliert. Dagegen ist München ein Furz, ein Fernseh-Bussy-Lutschi-Festival.

 

Was zeichnet den Deutschen Film, für den Sie stehen, aus?

Das Reservoir an Intelligenz, ihre weite Spannbreite, die Vielfalt der Erzählformen. Für mich gibt es den Unterschied zwischen kommerziellem und Kunstfilm nicht, sondern nur gute Filme und schlechte. Ich wende mich gegen die Mittelmäßigkeit des Fernsehens, gegen den Quotenwahn. Ich stehe für den Mut zu Übertretungen, Tabus zu brechen, den Leuten die Augen aufzumachen. Wir entfernen uns sonst von den eigenen Sehnsüchten.

Wie charakterisieren Sie Ihre eigenen Filme?

Meine Filme lassen sich nicht einordnen. Ich passe in keine Schublade, weil ich zu dick bin. Jeder meiner Filme ist anders. Je nach Geschichte wähle ich eine andere Form. Meine Filme entstehen im Kopf, denn ich lebe mein Leben visuell. Ich schreibe alle Drehbücher selbst.

 

Was interessiert Sie aktuell?

Ich lebe Visionen und schreibe Utopien - ich schaue nur nach vorn. Momentan mache ich einen Film mit dem Titel "Glaube, Liebe, Tod" nach Ödön von Horvaths Buch "Glaube, Liebe, Hoffnung". Die Hoffnung habe ich gestrichen, denn ich bin traurig, verzweifelt und hoffnungslos. Ich verstehe die Welt nicht mehr. In dem Film trifft das aktuelle Bild der Welt auf eine tragische persönliche Geschichte, indem unser Zaun um unser Europa eine Rolle spielt. Wir sind alle Schuld an dem Tod der vielen Menschen, die an diesem Zaun ermordet werden. Wir haben alle keine Macht. Die liegt auf einer ganz anderen Ebene.

 

Das Gespräch führte Pit Fiedler

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Interviews Peter Kern
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Interview: mit Jessica Schwarz     Foto: H. K.

27.10.2012

Jessica Schwarz: "Hof liebt Filme"

Die Filmpreisträgerin Jessica Schwarz erzählt 2012 im Interview, was ihr die Auszeichnung bedeutet. Auch die Stadt Hof ist ihr sehr vertraut. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klassik meets Modern Gypsy Swing in Helmbrechts Helmbrechts

Klassik meets Modern Gypsy Swing in Helmbrechts | 19.10.2019 Helmbrechts
» 46 Bilder ansehen

2000er-Party Weißenstadt

2000er-Party Susi Weißenstadt | 19.10.2019 Weißenstadt
» 46 Bilder ansehen

Etem Bayramoglu holt deutsche Profi-Box-Meisterschaft

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu |
» 11 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr



^