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Historie

Peter Kern: "Ich schaue nur nach vorn"

Der Filmpreisträger spricht im Interview über den Deutschen Film, seine eigenen Filme und seine Interessen. Peter Kern sagt aber auch, was er an Hof als Festivalstadt so schätzt.



Interview: mit Peter Kern, Schauspieler,   Regisseur, Autor und Produzent
Interview: mit Peter Kern, Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent  

Sie waren schon oft Gast in Hof. Was bedeuten die Hofer Filmtage für Sie:

Hof ist eine sehr eigene Grenzstadt, urbayrisch aber auch mit Weitsicht. Seit 45 Jahren beweist die Stadt, das sie den Durchschnitt des zukünftigen Publikums repräsentiert. Die Meinung der Hofer ist entscheidend über die Reise eines Films in die Welt. Publikum, Verleiher und Kinobesitzer sitzen eng beieinander in einem Raum und spüren die Reaktionen des Publikums hautnah. Badewitz hat hier das wichtigste deutsche Filmfestival etabliert. Dagegen ist München ein Furz, ein Fernseh-Bussy-Lutschi-Festival.

 

Was zeichnet den Deutschen Film, für den Sie stehen, aus?

Das Reservoir an Intelligenz, ihre weite Spannbreite, die Vielfalt der Erzählformen. Für mich gibt es den Unterschied zwischen kommerziellem und Kunstfilm nicht, sondern nur gute Filme und schlechte. Ich wende mich gegen die Mittelmäßigkeit des Fernsehens, gegen den Quotenwahn. Ich stehe für den Mut zu Übertretungen, Tabus zu brechen, den Leuten die Augen aufzumachen. Wir entfernen uns sonst von den eigenen Sehnsüchten.

Wie charakterisieren Sie Ihre eigenen Filme?

Meine Filme lassen sich nicht einordnen. Ich passe in keine Schublade, weil ich zu dick bin. Jeder meiner Filme ist anders. Je nach Geschichte wähle ich eine andere Form. Meine Filme entstehen im Kopf, denn ich lebe mein Leben visuell. Ich schreibe alle Drehbücher selbst.

 

Was interessiert Sie aktuell?

Ich lebe Visionen und schreibe Utopien - ich schaue nur nach vorn. Momentan mache ich einen Film mit dem Titel "Glaube, Liebe, Tod" nach Ödön von Horvaths Buch "Glaube, Liebe, Hoffnung". Die Hoffnung habe ich gestrichen, denn ich bin traurig, verzweifelt und hoffnungslos. Ich verstehe die Welt nicht mehr. In dem Film trifft das aktuelle Bild der Welt auf eine tragische persönliche Geschichte, indem unser Zaun um unser Europa eine Rolle spielt. Wir sind alle Schuld an dem Tod der vielen Menschen, die an diesem Zaun ermordet werden. Wir haben alle keine Macht. Die liegt auf einer ganz anderen Ebene.

 

Das Gespräch führte Pit Fiedler

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr



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