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Historie

Regionaler Thriller bricht alle Rekorde

Der Film "Das unsichtbare Mädchen" von Dominik Graf bricht bei den Hofer Filmtagen 2011 alle Besucherrekorde. Vier Vorstellungen waren komplett ausverkauft. Der Film entstand zu 90 Prozent an Schauplätzen in Oberfranken.



Anklänge an den Fall Peggy von Lichtenberg: Regisseur Dominik Graf steht vor einer Wand mit Zeitungsausschnitten zum Fall des Films, der Suche nach dem verschwundenen Mädchen Sina Koch. 	Fotos: Büro Graf
Anklänge an den Fall Peggy von Lichtenberg: Regisseur Dominik Graf steht vor einer Wand mit Zeitungsausschnitten zum Fall des Films, der Suche nach dem verschwundenen Mädchen Sina Koch. Fotos: Büro Graf   » zu den Bildern

Hof - "Ani weiß bedrängte Seelenzustände zu schildern wie zurzeit kein zweiter deutschsprachiger Autor." Mit solchen Komplimenten pflegen Literaturkritiker deutscher Zeitungen den Krimi-Schriftsteller und Roman-Autoren Friedrich Ani zu überhäufen. Jetzt erfasst Anis Kunst, packende Thriller zu schreiben und in menschliche und gesellschaftliche Abgründe zu blicken, auch unsere Region: in des Wortes doppelter Bedeutung. Der bekannte Regisseur Dominik Graf hat ein Drehbuch Anis verfilmt. Und dieser Film, der zu 90 Prozent an Schauplätzen in Oberfranken - vor allem in Hof, Schwarzenbach an der Saale und in Faßmannsreuth bei Rehau - gedreht wurde, wird unmittelbar nach seiner Fertigstellung bei den 45. Hofer Filmtagen uraufgeführt.

Für Cineasten sind die kurzfristige Aufnahme des Graf-Films "Das unsichtbare Mädchen" ins Filmtage-Programm und die Uraufführung 2011 ein Filmtage-Schmankerl, ja: eine kleine Sensation. Nicht von ungefähr waren die Premiere und drei zusätzliche Vorstellungen am letzten Festival-Tag innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Anders als in Anis Roman "Totsein verjährt nicht" steht in dem Film nicht der "Fall Peggy" im Vordergrund. Das unterstreichen im Gespräch mit der Frankenpost sowohl Regisseur Dominik Graf als auch Friedrich Ani, der das Drehbuch für den Film zusammen mit der Autorin Ina Jung geschrieben hat. Ani  spricht von einem "Polizeithriller". Doch wie im Fall der neunjährigen Peggy, die am 7. Mai 2001 in Lichtenberg im Landkreis Hof spurlos verschwunden ist, geht es auch in dem neuesten Film von Dominik Graf um ein verschwundenes Mädchen namens Sina. Und wie im echten Fall von Lichtenberg, in dem der geistig zurückgebliebene Ulvi K. wegen Mordes verurteilt wurde, spielen Ungereimten bei der Ermittlungsarbeit gegen einen Behinderten und zweifelhafte polizeiliche Verhörmethoden eine große Rolle.

"Als Regisseur war es für mich eine packende Geschichte, zu inszenieren, wie sich ein junger Polizist zehn Jahre nach dem Verschwinden eines Mädchens in einer oberfränkischen Gegend auf die Suche nach den eigentlichen Hintergründen macht", sagt Regisseur Graf, der viele Fernsehfilme und Krimi-Folgen für die Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" gedreht hat. "Was Ina Jung und Friedrich Ani erzählen, das habe ich voll und ganz als eine Art Hypothese verstanden, als eine Option, ein Beispiel unter vielen rätselhaften Fällen von verschwundenen Kindern in Europa seit 1990."

Graf wählte für die Dreharbeiten Schauplätze in Hof und Umgebung. Auf die Frage, was dafür den Ausschlag gegeben habe, antwortet der Filmemacher, der 2003 mit dem Filmpreis der Stadt Hof ausgezeichnet wurde: "Ich war schon oft zu Gast bei den Hofer Filmtagen. Ich mochte die Stadt immer gern, wenn ich da war. Ich mag, wie sie sich gibt, wie sie uns Filmer immer empfangen hat, und ich mag sehr, wie sie aussieht. Auch in den Ecken, die nicht jeder Tourist als erstes zu sehen bekommt. Hof ist ,echt'. Hier sieht man keine lackierten Investoren-Kulissen." Er habe schon lange vorgehabt, einmal einen Film in Hof zu drehen. "Die andere Stadt, die uns hat drehen lassen, war das idyllische Schwarzenbach an der Saale."

Ob es unvorhergesehene Probleme oder Hemmnisse gegeben habe bei den Dreharbeiten? "Das Wetter war ab und zu unvorhersehbar unschön", antwortet Dominik Graf. "Wir hatten einige Stunt-Szenen auf einer Landstraße, das war bei der Nässe nicht ungefährlich. Und bei Regen dauert ohnehin alles länger." Zu den "besonderen Vorkommnissen" zählt der renommierte Regisseur "die unglaubliche Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung beim Drehen". "Das ist für ein Filmteam heutzutage in Deutschland wirklich ein besonderes, sehr hervorzuhebendes und von uns dankbar vermerktes Vorkommnis", resümmiert Graf.

Auf die Frage, welche Drehbücher er am liebsten umsetze oder welche Auftragsarbeiten er bevorzugt annehme, antwortet der Meister der Spannung: "Polizeithriller jedweder Art." Wann "Das unsichtbare Mädchen" im Fernsehen zu sehen sei und ob der Film auf anderen Festivals präsentiert werde, stehe noch nicht fest. Kurz und knapp, aber mit Nachdruck bedeutet der Hof-Fan Dominik Graf: "Hof ist der Ort, auf den es ankommt!"

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Von Roland Rischawy
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Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr

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Von Roland Rischawy

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2011
00:00 Uhr



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