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Seit vier Jahrzehnten Filmtage-Fan

Klaus Gödicke kommt seit 44 Jahren zu den Hofer Filmtagen. Für das Festival reist er extra aus Hessen an. Der 80-Jährige hat viele Anekdoten zu erzählen.



Klaus Gödicke fühlt sich den Hofer Filmtagen verbunden. Der 80-Jährige möchte dafür, so lange es geht, jedes Jahr nach Hof reisen. Foto: Frank Wunderatsch
Klaus Gödicke fühlt sich den Hofer Filmtagen verbunden. Der 80-Jährige möchte dafür, so lange es geht, jedes Jahr nach Hof reisen. Foto: Frank Wunderatsch  

Hof - Wie viele Filme er bei den Hofer Filmtagen bereits gesehen hat, kann Klaus Gödicke nicht sagen. "Irgendwas im Tausenderbereich wird es schon sein", erzählt der 80-Jährige. Gödicke ist Filmtage-Fan der ersten Stunde. Zumindest fast. Seit 44 Jahren schon besucht er das Festival. Und das als Nicht-Hofer. "Ich reise jedes Jahr aus Gießen an", sagt der 80-Jährige. Gießen - das ist eine 85 000-Einwohner-Stadt in Hessen, die zwischen Frankfurt am Main und Marburg liegt. Warum kommt man aus Gießen zu den Hofer Filmtagen? "Weil es das tollste Filmfestival in Deutschland ist", sagt Gödicke.

Zum ersten Mal war er 1972 hier. Die Hofer Filmtage gingen damals in die sechste Runde. "Mein Kollege hat mir von diesem kleinen, aber feinen Filmfestival in Oberfranken erzählt", erinnert sich Gödicke, der als Oberstudienrat an einem Gymnasium gearbeitet hat. Dort führte er auch einen Arbeitskreis für Filmkunst. "Ich hatte eigentlich keine Erwartungen, als ich hierher kam", sagt der Rentner. Wie denn auch. Die Hofer Filmtage hatten es damals noch schwer, sich in der deutschen Filmlandschaft zu etablieren. "Das Programm war speziell. Viele konnten damit nichts anfangen", ist sich Gödicke sicher.

Bei ihm hat es aber sofort gefunkt: "Es war chaotisch, teilweise unorganisiert, und vieles ist schiefgelaufen, aber es war toll!" Heinz Badewitz hatte mit seinem außergewöhnlichen Programm und seiner lockeren Art den langjährigen Filmfan sofort überzeugt. "Man konnte ganz nah am Geschehen dabei sein, Regisseure kennenlernen und mit Schauspielern quatschen."

In all den Jahren hat Gödicke die ganz Großen der Filmbranche in Hof kennengelernt. "Damals waren sie aber noch gar nicht so groß", schmunzelt der 80-Jährige. Wim Wenders, Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Peter Jackson - sie alle hat Gödicke schon in Hof, auch abseits des Kinos, getroffen. "Keiner konnte so gut Fußball spielen wie Werner Herzog", erzählt er. Beim traditionellen Fußballspiel war der spätere Star-Regisseur als Mittelstürmer dabei. "Er war der Franz Beckenbauer unter den Spielern."

Der 80-Jährige erinnert sich auch an die wilden Partys in den Hofer Gaststätten: "Überall wurde geraucht und getrunken bis tief in die Nacht." In der Kneipe "Alter Bahnhof" wurden auch schon mal Pressekonferenzen gehalten. "Im Vergleich zu heute war es noch richtig unprofessionell. Aber der familiäre Charakter des Festivals hat alles wiederwett gemacht", sagt Gödicke

Dass die Hofer Filmtage weiterhin diesen familiären Charakter pflegen, gefällt Gödicke am meisten: "Ich habe schon viele Filmfestivals besucht, große und kleine, aber keins ist so persönlich wie das in Hof." Hier habe man das Gefühl, besonders gut aufgehoben zu sein.

Ein bisschen Bedenken hatte der 80-Jährige, wie das Filmfestival ohne seinen Gründer Badewitz weitergehen soll. Doch bereits die ersten zwei Tage in Hof haben den langjährigen Besucher gezeigt, dass es "auch ohne Badewitz gehen kann und auch muss." Das Filmfestival habe nichts an seinem Charme verloren.

Trotz seines Alters schaut sich der 80-Jährige auch dieses Jahr bei den Hofer Filmtagen zwei, drei Filme täglich an. Das lange Sitzen im Kino ermüdet ihn keineswegs: "Ich bin der Meinung, dass Filme einen fit halten, man erweitert dadurch immer wieder seinen Horizont." In all den Jahren hat ein Film Gödicke besonders angetan: Fitzcarraldo von Werner Herzog aus dem Jahr 1982. "Dieser Film in seinen prachtvollen Farben, das war wie eine Offenbarung."

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Von Alina Juravel
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Veröffentlicht am:
29. 10. 2016
17:32 Uhr

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Von Alina Juravel

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29. 10. 2016
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