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Spenderzahl bricht drastisch ein

Blutspenden werden kostbarer denn je. Das Rote Kreuz findet im Landkreis Kulmbach immer weniger Freiwillige. Hauptproblem ist die Bevölkerungsentwicklung.



Sechs Mal jährlich dürfen Männer einen halben Liter Blut spenden, Frauen spenden bis zu vier Mal. Medizinische Fachleute kümmern sich um die Freiwilligen.
Sechs Mal jährlich dürfen Männer einen halben Liter Blut spenden, Frauen spenden bis zu vier Mal. Medizinische Fachleute kümmern sich um die Freiwilligen.  

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Kulmbach - Topfit fühlt sich Horst Gack. "Ich mache gerne Dauerlauf", verrät der Kulmbacher. Seine 71 Jahre sieht man ihm nicht an. Seit dem 18. Geburtstag spendet er Blut. "Meine Mutter hat mich als Kind immer mitgenommen, deshalb bin ich auch Blutspender geworden." Gack hätte bald seine 200. Blutspende und damit ein seltenes Jubiläum vor sich. Doch ob es dazu kommt, ist fraglich. Die Altersgrenze hat er nämlich schon vor drei Jahren überschritten, nur mit einer Ausnahmegenehmigung wird der Kulmbacher noch zugelassen. Wie Horst Gack geht es vielen langjährigen Spendern. "Der Altersdurchschnitt in der Bevölkerung wächst", erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold das Problem. Immer mehr ältere Menschen fallen als Spender aus, gleichzeitig fehlt der Nachwuchs. Jetzt schlägt das Rote Kreuz Alarm.

"Wir haben schon viele Aufrufe gestartet", sagt Dippold. "Noch ist eine gewisse Versorgungssicherheit mit Spenderblut gewährleistet." Aber besonders in Kulmbach sei die Entwicklung besorgniserregend.

4210 Blutkonserven sind 2013 im Landkreis gespendet worden. Das sind rund 500 weniger als ein Jahr zuvor. "Gott sei Dank haben wir sogar noch vergleichsweise viele und auch sehr regelmäßige Spender", sagt Dippold. Im ländlichen Raum gehen traditionell mehr Menschen zu den Terminen als in der Großstadt. Es sei aber absehbar, dass die Zahl auch in Oberfranken weiter sinken wird. Der Blutspendedienst (BSD) des Roten Kreuzes rechnet in Kulmbach mit einem Konservenrückgang bis 2031 um 20 Prozent.

Deshalb kämpf das BRK um jeden Freiwilligen. Wegen niedriger Geburtenraten rücken weniger Erstspender nach. "Wir haben einen massiven Einbruch erlebt", sagt Dippold. In einem bayernweiten Erstspender-Vergleich liegt Kulmbach aktuell auf dem zweitschlechtesten Platz.

Wenn bei den jungen Menschen wenig geht, müssen die Älteren ran. Doch das ist nicht so einfach. Einige Bundesländer, darunter Thüringen, haben die Altersgrenze bereits gelockert. Die Schweizer erlauben das Blutspenden für 75-Jährige. In Bayern ist normalerweise mit dem 68. Geburtstag Schluss.

Letztlich trifft der Arzt bei der Voruntersuchung die individuelle Entscheidung, ob er einen älteren Spender zulässt. Kritiker fordern, dass die Grenze ganz abgeschafft und das biologische Alter berücksichtigt werden soll. Horst Gack hätte nichts dagegen. "Ich bin gesund", sagt der 71-Jährige und versteht nicht, warum er nur wegen seines Alters und nicht etwa aus medizinischen Gründen eine Sondergenehmigung braucht.

Der Kulmbacher hat den Aderlass immer gut vertragen. "Ich gehe zum Blutspenden, weil ich weiß, dass man damit Leben retten kann." Allein in Bayern werden täglich 2000 Blutkonserven gebraucht, heißt es beim BSD. Mit einer Blutspende könne bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Krebspatienten, Unfallopfer und Menschen mit Organerkrankungen seien darauf angewiesen.

"Blut lässt sich immer noch nicht künstlich herstellen", sagt Kreisgeschäftsführer Dippold. Weil die Lebenserwartung der Menschen weiter ansteigt, geht der BSD davon aus, dass in Zukunft sogar noch mehr Blutkonserven benötigt werden. Ohne neue Spender kann es Versorgungsschwierigkeiten geben.

Der Blutspendedienst ist gemeinnützig und zahlt dem Kulmbacher BRK-Kreisverband eine kleine finanzielle Entschädigung, damit die Spender Getränke und eine Brotzeit bekommen. "Die gesamte Arbeit bei den Blutspendeterminen des BRK läuft ehrenamtlich", betont Dippold. 300 Helfer sind im Kulmbacher Land regelmäßig dafür im Einsatz und freuen sich auf die altbekannten Freiwilligen, aber umso mehr über jedes neue Gesicht.

Blut lässt sich immer noch nicht künstlich herstellen.

Jürgen Dippold,

BRK Kulmbach

 
Blutspende

Frauen können im Jahr vier Mal und Männer sechs Mal Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss nach Auskunft des Blutspendedienstes ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen.

Blutspendetermine und Infos zum Gesundheitscheck sind unter der Hotline 0800/11 949 11 zwischen 7.30 und 18 Uhr oder im Internet unter www.blutspendedienst.com abrufbar.

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Von Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
21. 07. 2015
13:54 Uhr

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Von Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
21. 07. 2015
13:54 Uhr



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