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Zahlen je nach Fahrstil

Versicherer testen Telematik-Tarife. Ein Gerät übermittelt dazu die Daten der Autofahrer. Das Geschäftsfeld gilt als lukrativ.



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Bayern - Italiener schätzen das Angebot sehr, auch Briten mögen die neuen Tarife: Vorsichtig fahrende Autofahrer können von ihren Versicherungen niedrigere Beiträge in Anspruch nehmen. Auch in Deutschland testen mehrere Unternehmen solche Angebote, bei denen der Fahrstil über die Höhe der Autoversicherungsprämie entscheidet. Wer langsamer fährt, erhält mehr Rabatt.

HUK-Coburg, größter Autoversicherer in Deutschland, befindet sich "in der Testphase", wie Unternehmenssprecherin Karin Benning im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. 113 HUK-Mitarbeiter fahren in ihren Autos mit einer kleinen elektronischen Box, die Daten über Route, Geschwindigkeit und Fahrverhalten aufzeichnet. "Wir werten die Ergebnisse aus", erklärte die Sprecherin weiter. 2016 könnte die HUK eine entsprechende Versicherungspolice anbieten.

Konkurrent Allianz testet ebenfalls. Der Münchner Versicherer bietet Telematik-Tarife bereits in zahlreichen europäischen Ländern an. Pressesprecherin Bettina Sattler erklärte, dass die Allianz plant, im kommenden Jahr auch deutschen Autofahrern entsprechende Angebote zu machen. Bei Telematik-Tarifen ist Italien der wichtigste Markt in Europa. 250 000 Kunden haben dort das Angebot der Allianz angenommen, ihren Fahrstil mit einer Blackbox überwachen zu lassen. Italienische Autofahrer schätzen zwei Zusatznutzen des Gerätes im Auto, das per Telematik alle Daten aufzeichnet: den Emergency Call - also den Notruf, der sich bei einem Unfall automatisch auslöst - und die Ortung, mit der sich ein Fahrzeug schnell wiederfinden lässt, falls es geklaut wird. "In Deutschland sind die Datenschutzregeln sehr streng", erklärte die Allianz-Sprecherin weiter. "Deshalb dauert es hier länger, bis die entsprechenden Tarife auf den Markt kommen."

Technisch ist es kein Problem, die Daten über Beschleunigen, Bremsen und den Fahrstil in Kurven zu erheben. Dies übernehmen Geräte, die in vielen neuen Autos ohnehin vorhanden sind. Unter dem Stichwort "Connected Cars" bieten Autohersteller unter anderem Internetzugang, Informationen über sich anbahnende technische Mängel im Fahrzeug mit Werkstattempfehlung, Stauprognosen in Echtzeit samt Umfahrstrecke und Musikstreaming. Diese Connectivity-Komponenten und -Dienste werden immer wichtiger, der Markt weltweit ist heiß umkämpft. Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer Umfrage wissen wollen, wie viele Autofahrer bereit wären, ihre Daten freizugeben, um einen Rabatt von zehn Prozent auf ihre Versicherungsprämie zu erhalten. 35 Prozent der befragten Fahrer wären demnach dazu bereit.

Einer der führenden deutschen Anbieter für solche Connectivity-Komponenten ist der Autozulieferer Bosch. Ein Gerät namens Connectivity-Control-Unit (CCU) kommuniziert per Mobilfunk und mit eigener SIM-Karte und überträgt die ermittelten Daten an einen Cloudserver. Auf Anfrage teilte das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart mit, dass Bosch eine Lösung entwickelt habe, "die sich individuell an den genauen Kundenwunsch anpassen lässt". Sie werde derzeit in mehreren Pilotprojekten getestet. Mehr wolle der Automobilzulieferer dazu nicht sagen.

Die Zurückhaltung ist verständlich, denn die Hoheit über die Fahrzeug-Elektronik gilt als Milliardenmarkt. Autohersteller, Zulieferer und IT-Unternehmen wie Google kämpfen um diese Goldgrube der Zukunft. Daten - und besonders jene über Vorlieben und Mobilität der Nutzer - gelten als der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. So dürfte ein vom Fahrstil abhängiger Versicherungstarif künftig nur ein kleiner Baustein in einem großen Angebot sein, mit dem
Firmen die Autofahrer belohnen, wenn sie ihre Daten freiwillig
preisgeben.

In Deutschland sind die Datenschutzregeln sehr streng.

Bettina Sattler, Allianz

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Von Elfriede Schneider
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Veröffentlicht am:
03. 08. 2015
00:00 Uhr

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03. 08. 2015
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