11. Neudrossenfelder Europatage Digitale Reise zur Kultur und Wirtschaftskraft von Triest

Das Schloss Miramare bei Triest steht direkt am Wasser: Die Hauptstadt der Provinz Friaul-Julisch Venetien in Nordostitalien zwischen Slowenien und der Adria steht im Fokus der diesjährigen Neudrossenfelder Europatage. Foto: /Marco Milani

Anstatt an einem ganzen Wochenende wird diesmal nur an einem Tag die Bedeutung der Freundschaft zwischen den europäischen Ländern gewürdigt. Und dies zum ersten Mal in rein digitaler Form.

Neudrossenfeld - Die elften Neudrossenfelder Europatage am 12. Juni werden keine normalen Europatage sein. So formulierte es Prof. Wolfgang Otto in einem Vorgespräch. Zwar steht mit der italienischen Provinz Friaul-Julisch Venetien wie gewohnt eine europäische Region im Fokus. Doch die Europatage werden auf einen verkürzt und erstmals digital übertragen.

Ursprung in Nürnberg

Der Vorsitzende der Fördergesellschaft für europäische Kommunikation (FEK) Otto erinnerte an die ersten Europatage vor zwanzig Jahren. Sie fanden das erste Mal im Jahr 2001 in der alten Kaiserstadt Nürnberg, bevor sie 2003 ins Rotmaintal umzogen. Bereits in der ersten Ausgabe wurde die FEK-Europamedaille verliehen – an den Gesandten der Republik Polen in Deutschland, Prof. Krzysztof Miszczak. Zu den späteren Preisträgern zählten der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Santer, der einstige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein oder der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher.

Europamedaille an vier Kulturvermittler

In diesem Jahr gehen die Auszeichnungen an die Kulturförderin Laura Krainz-Leupoldt aus Weißenstadt, aber geboren in Triest, den italienischen Reiseschriftsteller Paolo Rumiz und das Ehepaar Claudio und Sara Hoffmann-Cumani. Der Physiker und Software-Ingenieur ist auch als Kulturdolmetscher tätig und engagiert sich im Bayerischen und dem Garchinger Integrationsrat.

„Leider können wir in diesem Jahr kein Straßenfest anbieten“, bedauerte Otto, der stolz das neue Logo der Europatage mit dem Neudrossenfelder Schloss und den gelben Sternen präsentierte. Der Malwettbewerb für Kinder sei auf so große Resonanz gestoßen, dass auch in diesem Jahr wieder Preise vergeben werden könnten.

Europatage auf allen Kanälen

Die Neudrossenfelder Europatage werden nicht nur von der Gemeinde und der FEK, sondern auch vom Landkreis Kulmbach und der IHK für Oberfranken in Bayreuth unterstützt. Bürgermeister Harald Hübner freute sich, dass die Europatage veranstaltet und über verschiedene Kanäle ausgestrahlt werden könnten. „Für die Gemeinde war es eine große Herausforderung, digitale Europatage zu stricken“, sagte Hübner. Über die neue Internetseite www.europatage.eu, YouTube und Oberfranken TV könnten Interessierte das Angebot verfolgen. Simultan werden die Beiträge auf Italienisch übersetzt.

Bayern und Italien

Die Übertragung beginnt um 10 Uhr mit Grußworten und einem historischen Vortrag über Triest. Um 11 Uhr folgt „Wirtschaft im Dialog“, die traditionelle Runde, die sonst im Neudrossenfelder Schloss über die Bühne ging. In diesem Jahr wird sich das Gespräch um den Hafen von Triest und seine Bedeutung für den Freistaat Bayern drehen. Den Austausch der Wirtschafts- und Kammervertreter moderiert ein Redakteur der Triester Tageszeitung „Il Piccolo“. Danach wird der binationale Studiengang Deutsch-Italienische Studien Regensburg-Triest vorgestellt. Erica Rustia gibt einen Einblick in die Kulturen und Religionen der Provinz-Hauptstadt und Preisträger Paolo Rumiz liest aus seinem Werk. Die Laudatoren für die Empfänger der Europamedaille und des Freiheitsrings sind Ingo Friedrich, Erzabt Notker Wolf und Emilio Galli Zugaro.

Werbung für die europäische Idee

Die Musiker des European Spirit of Youth Orchestra und der Verein Focus Europa bringen sich ebenfalls mit Beiträgen beim Live-Stream ein. „Ich hoffe, wir machen damit Werbung für die europäische Idee“, sagte Hübner, der sich kein „Europa der Eliten“, sondern ein „Europa der Bürger“ wünscht. Daher sollten der persönliche Kontakt und das kulinarische Kennenlernen, wie sie sonst beim Europafest Usus waren, baldmöglichst wiederkehren.

Klemens Angermann ergänzte als Vertreter des Landkreises Kulmbach: „Europa ist kein Selbstläufer.“ Daher sei es wichtig, sich miteinander zu vernetzen und sich gegenseitig kennenzulernen. Durch das digitale Format könne die Strahlkraft der Europatage auch über die Region hinaus wirken. Peter Belina unterstrich als Vertreter der IHK die Bedeutung Triests für die bayerische Wirtschaft. „Triest ist der Hafen mit der kürzesten Entfernung zu uns nach Oberfranken.“

 

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