1:4 in Kaufbeuren Selber Niederlagenserie hält an

Musste sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen: Wölfe-Keeper Michael Bitzer. Foto: JMD Photographie/Jan-Malte Diekmann

Die Wölfe müssen sich am Dienstagabend beim DEL2-Spitzenreiter ESV Kaufbeuren zum siebten Mal in Folge geschlagen geben.

Die Selber Wölfe befinden sich in der DEL2 weiter im Tiefflug in Richtung Tabellenende. Beim Spitzenreiter ESV Kaufbeuren setzte es am Dienstagabend – nicht ganz unerwartet – mit 1:4 (0:2, 1:2, 0:0) die siebte Niederlage in Folge. Wer an der Tabellenspitze steht und wer seit drei Wochen nach seiner Form der ersten Saisonspiele sucht, war vor allem in den ersten 15 Minuten deutlich zu erkennen. Die Hausherren, vollgepumpt mit Selbstvertrauen, traten von Beginn an sehr dominant auf und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Bereits nach 60 Sekunden musste Torwart Bitzer gegen Lagacé retten, der sich gegen Schaaf und Fern scheinbar spielend leicht durchgesetzt hatte. Den Wölfen schien die lange Busfahrt noch in den Knochen zu stecken. „Die Busbeine dürfen aber keine Ausrede sein“, sagte Trainer Sergej Waßmiller, dem auch die Emotionen gefehlt haben. „Kaufbeuren hat uns am Anfang überrollt.“

Nachdem die Wölfe ein erstes Powerplay der Allgäuer noch verteidigen konnten, war es nach sieben Minuten soweit: Nach einem unnötigen Scheibenverlust von Hlozek war es Laaksonen, der sich mit der 1:0-Führung für den Gastgeber bedankte. Nach einer knappen Viertelstunde legte Kaufbeuren durch Lagacé in Überzahl zum 2:0 nach. Den etwa 15 mitgereisten Wölfe-Fans schwante schon Böses. Doch in der Folge kam ihre Mannschaft besser ins Spiel und nach 22 Minuten durch Noack zum Anschlusstreffer.

Kein Scheibenglück

Nur zwei Minuten später kam Kaufbeuren wieder zu einem Powerplay und der ein oder anderen guten Möglichkeit. Selb überstand aber die kritische Phase und hatte nach 28 Minuten selbst wieder einen Mann mehr auf dem Eis. McNeill scheiterte an Torwart Fiesinger und Miglios Versuch wurde gerade noch abgeblockt. Die Partie war nun viel offener als noch in der ersten Viertelstunde. Die Hausherren benötigten schon einen überaus glücklich erzieltes Treffer, um den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen. Einen Schuss von Schmidt, der das Selber Gehäuse verfehlt hätte, fälschte Kraus mit dem Körper ab – und Bitzer war machtlos. „Wir haben einfach kein Scheibenglück“, haderte Waßmiller nach dem Spiel nicht nur mit dieser Szene.

Dann sorgte Miglio für etwas Hektik mit einem nicht geahndeten Stockcheck gegen einen allerdings auch zu theatralisch fallenden ESV-Verteidiger. 19 Sekunden vor der zweiten Pause gab es erneut Diskussionsbedarf, als Bitzer einen Schuss gerade noch mit dem Stock von der Linie kratzte. Scheinbar aber nur von der Linie. Selbst in der Zeitlupe war das schwer aufzuklären für die Schiedsrichter, die nach dem Videobeweis doch auf Tor entschieden – 4:1. Es war schon mehr als die Vorentscheidung. Es passierte auch nicht mehr wirklich viel in den letzten 20 Minuten. Die Wölfe versuchten zwar noch einmal heranzukommen, sie konnten den Spitzenreiter aber lange kaum ernsthaft in Gefahr bringen.

Eng war es für die Hausherren erst in der 50. Minute wieder, als Hlozek nachstocherte und Torwart Fiesinger – ähnlich wie Bitzer beim 4:1 – die Scheibe gerade noch von der Linie kratzte. Dieses Mal entschieden die Schiedsrichter nach dem Videobeweis auf kein Tor. Wieder Pech für die Wölfe, die dennoch nicht aufsteckten und sich zumindest kämpferisch nichts vorzuwerfen hatten. Davon kaufen können sie sich freilich nichts. Spätestens am Freitag im Heimspiel gegen den EHC Freiburg müssen dringend wieder Punkte her. Am Sonntag steht dann das Derby in Crimmitschau auf dem Programm.

Selber Wölfe: Bitzer (Weidekamp) – Trska, Lavallee, Kania, Fern, Schaaf, Deeg, Gimmel – Miglio, Thompson, McNeill; Gelke, Kruminsch, Schwamberger, Hlozek, hammerbauer, Naumann, Klughardt, Noack, Woltann.

Schiedsrichter: Kannengießer, Kapzan. – Zuschauer: 1775. – Tore: 7. Min. Laaksonen (Lillich) 1:0, 14. Min. Lagacé (Spurgeon, Lammers; 5-4) 2:0, 22. Min. Noack (Gelke, McNeill) 2:1, 36. Min. J. Krauß (Schmidt, Spurgeon) 3:1, 40. Min. Gorcik (Orendorz, Lagacé) 4:1. – Strafminuten: Kaufbeuren 12, Selb 16.

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