19 Jahre sind ein sehr lange Zeitraum. Erst recht, wenn man sie auf das oft sehr schnelllebige Eishockeygeschäft bezieht. Und genau 19 Jahre – seit der Neugründung des VER im Jahr 2004 – steht mittlerweile Jürgen Golly in der Verantwortung bei den Selber Wölfen. Zunächst als Vorsitzender, jetzt gemeinsam mit dem langjährigen zweiten Vorsitzenden Thomas Manzei als ehrenamtliche Geschäftsführer der im vergangenen Jahr neu gegründeten Selber Wölfe GmbH hat der 63-jährige Rechtsanwalt die positive Entwicklung im Selber Eishockey maßgeblich vorangetrieben und dazu beigetragen, die Wölfe nicht nur zu einem Vorzeige-, sondern auch zu einem Zweitligaklub wachsen zu lassen. Ein „echter Glücksgriff“ seien Golly und Manzei gewesen, sagt der frühere VER-Pressesprecher Uwe Dutkiewiecz. „Ohne sie stünde das Selber Eishockey nicht da, wo es ist.“ Doch worauf beruht die Erfolgsstory? Visionen „Ohne Visionen wird man keine Ziele erreichen“, sagt Jürgen Golly. Er hat gemeinsam mit Thomas Manzei schon nach dem Aufstieg in die Oberliga (2010) von der DEL2 gesprochen. „Wir haben auf einer Jahreshauptversammlung gesagt, dass wir uns erst in der Oberliga etablieren und dann irgendwann in die zweite Liga wollen.“ Golly kann sich noch gut daran erinnern. „Wir wurden damals schon etwas belächelt. Ich bin auch von vielen angesprochen worden, ob das unser ernst ist.“ Wofür er sogar Verständnis aufgebracht habe. Dickes Fell Um einen Verein wie die Selber Wölfe so lange und erfolgreich führen zu können, müsse man natürlich „ein bisschen was von diesem Sport verstehen“, sagt Golly. Und man benötige auch gewisse Grundkenntnisse in rechtlichen und steuerlichen Angelegenheiten. „Aber vor allem auch ein dickes Fell und gute Nerven.“ Entscheidend aber sei: „Man braucht ein funktionierendes, gutes und loyales Team. Alleine ist das alles nicht zu steuern“, sagt Golly, der in ruhigeren Zeiten wöchentlich zwischen zehn und 20 Stunden Arbeit in den Verein steckt. In „Hochzeiten“ – wie der Vorbereitung einer neuen Saison – werden es auch schon mal mehr. „Wir, also Thomas Manzei und ich, sind ja letztlich auch für die Kaderzusammenstellung mitverantwortlich. Das letzte Wort haben da wir.“