20 Minuten ohne Tor HSG geht völlig unter

Jürgen Hartmann
Es war teilweise schwer anzusehen, der katastrophale Auftritt der HSG Fichtelgebirge in Regensburg. Foto: /FOTO PERZL (Archivbild)

Desaströse Fichtelgebirgler erleiden in Regensburg ein absolutes Debakel. Zwischenzeitlich kassiert der Handball-Landesligist einen 0:14-Lauf.

Die HSG 2020 Fichtelgebirge reiste mit einem Kader von 15 Spielern in die Oberpfalz und rechnete sich durchaus Außenseiterchancen gegen die Gastgeber von der SG aus. Es musste ohne Harz gespielt werden, da der Antrag für die neue Halle zu spät beim BHV eingereicht wurde. Das war aber bei Weitem nicht das größte Problem einer HSG, die in der zweiten Halbzeit komplett auseinander fiel. Unglaubliche 20 Minuten blieb das Team bei einer Regensburger Reserve, die mit Sicherheit nicht zu den allerbesten Mannschaften der Landesliga-Staffel zählt, ohne Treffer. Am Ende stand eine 13:35 (10:19)-Klatsche, die Fragen aufwirft.

Bis zur 13. Minute konnten die Gäste noch gut mithalten und jeweils den Abstand auf ein Tor verringern (6:5). Doch hier zeigte sich bereits, dass mangelnde Torgefährlichkeit von den Oberpfälzern eiskalt mit Gegentoren bestraft wurde. Es bestand mehrmals die Möglichkeit auszugleichen oder sogar in Führung zu gehen. Binnen fünf Minuten zogen die Regensburger vorentscheidend auf 10:5 davon, ehe Flasche mit seinem ersten Tor, den Lauf der Heimmannschaft unterbrach. Die Fichtelgebirgler konnten sich bis zum 15:10 noch einigermaßen wehren, bevor durch einen guten Schlussspurt der Regensburger das Halbzeitergebnis auf 19:10 hochgeschraubt werden konnte.

Drei Tore in Halbzeit zwei

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist dann schnell erzählt: Nachdem die HSG beim Stande von 23:11 nach rund fünf Minuten des zweiten Spielabschnittes überhaupt kein Treffer mehr gelingen wollte, zogen die Regensburger Stück für Stück davon. Die Hausherren konnten sich über einen 14:0-Lauf (!) freuen, der ihnen wohl selten so einfach gemacht wurde wie von der HSG.

Die muss ihre Punkte zum Klassenerhalt nun gegen andere Mannschaften einfahren. Die Fichtelgebirgler legten frühzeitig den Fokus darauf, möglichst ohne Verletzungen aus diesem Spiel herauszukommen. Dass dabei bis zum Ende der Partie aber nur noch zwei eigene Tore dabei heraussprangen, kann nur noch als unterirdisch bezeichnet werden.

Trainer Milan Šedivec sen. muss dieses Spiel so schnell wie möglich aus den Köpfen seiner Jungs bringen, um den Abstiegskampf erfolgreich gestalten zu können. Beim nächsten Heimauftritt gegen die Spitzenmannschaft aus Lauf/Heroldsberg bleibt das Hoffen auf ein anderes Gesicht seiner Mannschaft. Ob allerdings die bloße Anwesenheit der eigenen Fans eine Leistungsexplosion bewirken kann, bleibt nach dem desolaten Auftritt in der Oberpfalz fraglich.

HSG 2020 Fichtelgebirge: Gruber, Rieß, Broško – Koristka (2), Wippenbeck(1/1), Bralic, Keltsch (1), Wölfel (3), Birner (1), Zißler, Burger (2), Schlitter, Šedivec jun. (1), Zitzlmann, Flasche (2).

Schiedsrichter: Knödler/Wirth. – Zuschauer: 75. – Strafzeiten: SG 5, HSG 6. – Siebenmeter: SG 5/5, HSG 2/1.

 

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