3. Liga Volleyball Alle Uhren sind bei der VGF auf null gestellt

Nach dem bitteren Saison-Aus für Spielmacher Viktor Bergmann, der sich einer Operation unterziehen muss, könnte bei der VGF Marktredwitz jetzt die Stunde des jungen Jonas Zusann (Bild) schlagen. Foto: Peter Perzl

Heimspiel gegen die Donau Volleys aus Regensburg: Für die VGF Marktredwitz steht das vorletzte Heimspiel der laufenden Drittliga-Playoffs an. Doch ist diesmal alles anders.

 
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Für VGF-Trainer Jan Liebscher waren es anstrengende zwei Wochen, die seit dem Spiel in den Play-offs der 3. Volleyball-Liga in Grafing ins Land gingen. Anstrengend deswegen, weil sein Kader ähnlich dahinschmilzt, wie der gerade eben noch gefallene Schnee in diesem doch eher warmen und regnerischen Winter.

Gleich zwei Stammspieler fallen für das wichtige Playoff-Spiel gegen die bisher sieglosen Donau Volleys aus. Zum einen fehlt Viktor Bergmann, der sich schwer am Sprunggelenk verletzt hat und sicher längere Zeit ausfallen wird. Zudem ist Paul Soderer als Hauptangreifer aufgrund eines grippalen Infekts nicht einsetzbar. Was der Ausfall der beiden Stammspieler bedeutet, ist recht einfach erklärt: Im Volleyball ist der Zuspieler an rund 30 Prozent der Ballberührungen beteiligt, da er die zentrale Stelle im Spielaufbau ist. Sein wichtigster Angreifer ist der Diagonalspieler, in diesem Fall Soderer, der immer dann gesucht wird, wenn schwierige Situationen im Angriff entstehen und wichtige Punkte zu verbuchen sind. Auch bei Jan Liebscher zwickt die Achillessehne etwas und sein Einsatz steht noch in den Sternen.

Die Donau Volleys hingegen können wohl aus dem Vollen schöpfen und mit vollem Kader anreisen. Bei den Oberpfälzern handelt es sich um ein vollkommen neues Team, das davon profitiert hat, dass der TSV Deggendorf sein Spielrecht nach Regensburg abgegeben hat. Es war auch irgendwie logisch diesen Schritt zu gehen, zumal alle ehemaligen Deggendorfer in Regensburg studieren und größtenteils auch wohnen. Dazu haben sich die besten Akteure aus Niederviehbach gesellt, die ebenfalls ihren Lebensmittelpunkt in der Bezirkshauptstadt haben.

Die Regensburger haben ihre Vorrundengruppe als Tabellendritter abgeschlossen, waren jedoch das einzige Team, das den TSV Grafing in der Vorrunde schlagen konnte. Somit ist die aktuelle Tabellensituation (Regensburg Platz 6, Marktredwitz Platz 3) nicht besonders aussagekräftig. Zudem möchten die Donau Volleys ihren ersten Sieg in den Play-offs einfahren, nach zwei Niederlagen gegen Eltmann und Leipzig.

Bei der VGF möchte man aufgrund der Kaderprobleme möglichst befreit an die Aufgabe herangehen und ohne Druck spielen. Schließlich ist die Liga gehalten und niemand dürfte ohne die beiden wichtigen Stammspieler Wunder erwarten. Doch die zweite Reihe, Jonas Zusann und auch Niklas Tiepner, haben in der Vorbereitung und in dem ein oder anderen Ligaspiel bewiesen, dass sie durchaus ihren Teil zu einem Erfolg beitragen können. Vor allem auf Zusann wird es ankommen. Er hatte in der Vorbereitung bereits ein gute Leistung gezeigt, war aber in der laufenden Saison bisher nur wenig zum Zug gekommen. Trainer Jan Liebscher erwartet von ihm ein einfaches und taktisch kluges Spiel, keine „Zauberei“. Das gibt dem Zuspieler und seinen Angreifern zunächst Sicherheit, die in dieser neuen Konstellation notwendig ist.

Mit einem Sieg könnte sich die VGF an Platz zwei heranpirschen, mit einer Niederlage bleibt sie auf Tuchfühlung zu den Treppchenplätzen.

Spielbeginn ist um 20 Uhr. Die Hallenkapazität ist nach wie vor beschränkt. Interessierte Zuschauer werden daher gebeten, rechtzeitig da zu sein, um sich ein Ticket zu sichern.

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