3. Volleyball-Liga Die VGF peilt die Playoffs an

Peter Perzl
Janek Lindner ist in dieser Drittliga-Saison weiter gereift und gehört zu den Stabilitätsankern der VGF. Foto: /Peter Perzl

Das Selbstvertrauen der Drittliga-Volleyballer aus Marktredwitz ist gewachsen. Sie erwarten am Samstag den Zweiten Eibelstadt. Gelingt der dritte Heimsieg in Serie?

Marktredwitz - Locker bleiben und den Rückenwind aus den letzten beiden zuletzt siegreichen Heimspielen mitnehmen – so lautet die Vorgabe beim Volleyball-Drittligisten VGF Marktredwitz. Auch wenn das Geschehen schon etwas länger zurückliegt, so scheint die Mannschaft von Jan Liebscher bestens vorbereitet. Nach zehnwöchiger Spielpause, aber ohne Trainingsunterbrechung, steigen die Fichtelgebirgler als Tabellendritter an diesem Samstag (20 Uhr) wieder ins Punktspielgeschehen ein und haben mit dem TSV Eibelstadt gleich ein Schlüsselspiel vor der Brust.

Unter der Rubrik „heikel bis brisant“ jedenfalls stuft der Spielertrainer vier Runden vor dem Ende der Vorrunde die Partie in der MAK-Arena ein, die bedauerlicherweise weiter ohne Zuschauer und unter strenger 2G-Regel stattfindet.

Aber: „Wenn wir gewinnen, stehen wir so gut wie in den Playoffs“, glaubt Liebscher. Teilnahmeberechtigt sind die Teams auf den Rängen eins bis drei. Die nervenaufreibenden Playdowns blieben seinen Jungs somit erspart. Obwohl das erste Aufeinandertreffen mit den Würzburger Vorstädtern mit 0:3 glatt in die Binsen ging, so sieht der mittlerweile 44-jährige Routinier eine reelle Chance: „Die sind machbar. Wir waren im Hinspiel einem Satzgewinn ganz nahe“, erinnert sich Liebscher. 28:30 endete der dritte Durchgang unglücklich gegen die VGF. Während es anfangs gar nicht lief, hätte sein Team danach immer besser ins Spiel gefunden und es dabei geschafft, das „unglaublich schnelle Spiel“ der Eibelstädter zu attackieren. Und wer weiß, was nach einem Satzerfolg noch passiert wäre.

Alle Spieler sind bereits geboostert

Dafür kann sich die Mannschaft am Samstag revanchieren. Die Voraussetzungen stehen besser denn je. Aktuell meldet die VGF Marktredwitz alle Mann an Bord: Keine Verletzungen, keine Erkrankungen und ein Team, das „richtig gut drauf“ (Liebscher) sei. Alle Spieler seien zudem durchgeimpft und geboostert, erklärt der Trainer. Als Letzte erhielten Janek und Jonas Lindner in der vergangenen Woche ihre dritte Spritze. Sollten sich keine Nebenwirkungen mehr einstellen, steht einem Einsatz der beiden nichts im Wege. Vor allem Janek Lindner hat sich in dieser Saison zu einem absoluten Stabilitätsfaktor gemausert und ist im Mittelblock nicht wegzudenken. Entsprechend zufrieden ist der Trainer mit dem 21-Jährigen, der wie sein Bruder seit 2016 das VGF-Trikot überstreift: „Janek hatte einen Bombenstart und bereitet uns im Moment sehr viel Freude.“

Solche eine Konstanz wünscht sich Liebscher auch wieder von Paul Soderer (21), bei dem sich das Problem im Kopf abzuspielen scheint. Das viele Grübeln scheint den jungen Weidener zu blockieren. Denn er hat bereits mehrmals bewiesen, dass er der Hauptangreifer für die wichtigen Punkte zu sein kann. „Dabei muss doch keiner Angst um seinen Stammplatz haben. Jeder kann bei uns frei aufspielen“, sagt der Trainer. Am Trainingsfleiß liegt es sicher nicht. Selbst am Silvestermorgen stand eine Einheit an, an der bis auf die drei tschechischen Spieler Ondrej Kust, Petr Zakovsky und Tomas Houda alle Aktiven teilgenommen haben.

Kritik an Houda

Apropos Houda: Auch er habe sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Dabei, so sagt Liebscher, bringe er „alle körperlichen Voraussetzungen“ mit, um das Marktredwitzer Angriffsspiel auf eine ganz andere Ebene zu heben. Emotional geführte Matches wie gegen Jena wünsche er sich regelmäßig von seinem jungen Akteur. „Gegen Jena super, sonst schwach“, lässt der Coach keine Milde mit dem 21-jährigen Nachwuchsmann vom tschechischen Meister Karlsbad walten. Das Einspielen sei wohl der entscheidende Punkt. „Wenn du das mit 100 Prozent machst, baust du Nervosität ab und bist frei im Kopf.“

Aber zurück zum Spiel: Gegen den Tabellenzweiten darf sich die VGF nur keinen Chancenwucher leisten. „Die stehen in der Abwehr sehr stabil und verfügen über einen sehr guten Libero“, so Liebscher über Eibelstadt. Er kann aber auf eine körperlich topfitte Mannschaft bauen – und die MAK-Arena, die für die Gegner so schwer zu bespielen ist. Und Eibelstadt, so hofft die VGF, habe sicher auch noch ein bisschen am 0:3 kurz vor den Festtagen in Eltmann zu nagen. „Da haben die richtig eins auf den Deckel bekommen“, sagt Liebscher – will das allerdings auch nicht überbewerten.

Zuversicht beim Blick zurück

Übrigens: In der Saison 2019/20, als die VGF ebenfalls am letzten Tag des Jahres trainiert hatte, schaffte sie später den Sprung zurück in die 3. Liga. Was Mannschaft und Trainer als „sehr gutes Omen“ werten.

 

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