Prozess könnte bis Ende des Jahres gehen
Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin abzutrennen. Diese flüchtete vor den Pressefotografen auf dem Gerichtsflur in eine Toilette. Christina Block und die Verteidigerin eines weiteren Mitangeklagten, Gül Pinar, standen ihr bei und versuchten, sie zu beruhigen. Einen Antrag von Daum und anderen Verteidigern, die Verhandlung für eine weitere halbe Stunde zu unterbrechen, lehnte die Kammer ab. Blocks Verteidiger Ingo Bott rief dem Gericht zu: "Dieses Verfahren wird mit einer Härte geführt."
Zeugin: Großeltern waren "todtraurig"
Zuvor hatte eine Mitarbeiterin des Unternehmers Eugen Block (85), der der Großvater der entführten Kinder ist, als Zeugin ausgesagt. Sie beschrieb die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln. Der Gründer der Steakhaus-Kette "Block House" und seine Ehefrau Christa seien "todtraurig" gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei den Großeltern zu Besuch gewesen.
Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart zurückgebracht. Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 wollte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen. "Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe", erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen.
Ermittlungen gegen Eugen Block wurden eingestellt
Auch gegen Großvater Block hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Verfahren wurde aber eingestellt. Es gibt insgesamt sieben Angeklagte, darunter auch der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling (66). Der frühere Sportmoderator ist wegen Beihilfe angeklagt. Er bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben.