600 Jahre Helmbrechts Besondere Referenten und ein Chor-Musical

Prost, aufs Jubiläum! Ob das Festwochenende im Juli stattfinden kann, ist ungewiss, aber Bier und Brezel zum Fest gibt es schon jetzt. Foto: cs

Im Jubiläumsjahr plant Helmbrechts eine Fülle von Veranstaltungen. Es gibt auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Helmbrechts - Was geht trotz Pandemie? Helmbrechts will seinen 600. Geburtstag heuer groß feiern, doch hinter vielem steht ein Fragezeichen. Besonders hinter dem Umzug der Vereine, die zum Festplatz marschieren wollen, wo vom 15. bis 18. Juli das Jubiläumsfest geplant ist. Noch. Denn ein proppenvolles Bierzelt kann sich Bürgermeister Stefan Pöhlmann zurzeit schlecht vorstellen. Wie kurz berichtet, gab er am Mittwoch vor Medienvertretern den Startschuss für das Jubiläumsjahr.

Etliche Vereine würden gerne am Umzug teilnehmen, die älteren Helmbrechtser haben das Spektakel zur 550-Jahr-Feier noch gut in Erinnerung. Dieses Mal soll es aber keine Rückschau in historischen Gewändern sein, sondern gemäß dem Slogan der Stadt auch ein Blick nach vorne: „Helmbrechts gestern, heute, morgen“. Ende Februar fällt die Entscheidung, ob das Fest stattfindet.

Besondere Vorträge

Freuen dürfen sich die Helmbrechtser auf Vorträge von besonderen Referenten. Monsignore Professor Dr. Dr. Rüdiger Feulner aus Enchenreuth spricht am 26. oder 28. April zur Kirchengeschichte. Er war lange Jahre Botschafter des Vatikans und wirkte in vielen Ländern der Erde, unter anderem in Kasachstan, Bolivien, Venezuela und Belgien.

Ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Helmbrechtser Stadtbaumeister Wolfgang Baier, der jetzt in Roth lebt, steht am 21. April auf dem Programm. Er berichtet über die Baugeschichte der Stadt gestern und heute.

Als Ehrenbürger hält Professor Dr. Werner Hohenberger den Vortrag zum Festakt am 6. Dezember, dem Tag, an dem Helmbrechts die Stadtrechte erhielt. Hohenberger hat sich als Krebsforscher einen Namen gemacht und war Präsident der deutschen Krebsgesellschaft. Den Reigen der Vorträge eröffnen Kreisheimatpfleger Wolfgang Tejkl am 17. März mit einem Rückblick auf Gastronomie und Getränkeproduktion sowie Kreisarchivpfleger Adrian Roßner, der am 31. März über „Industrialisierung der Textilproduktion“ referiert. Am 7. April spricht Edwin Greim über das markgräfliche Landbuch.

Ausstellungen

Zeitreisen in die Vergangenheit ermöglichen die wechselnden Ausstellungen in der ehemaligen Commerzbank-Filiale. Die Räume hat die Stadt extra dafür angemietet. Wolfgang Tejkl und sein Team, das die stadthistorische Sammlung betreut, zeigen Exponate zu acht verschiedenen Themen. „Ältere Bürger werden sich an ihre Jugend erinnert fühlen“, verspricht Pöhlmann. So wird zum Beispiel die Geschichte des Sports beleuchtet. Am 6. Mai wird die Ausstellung eröffnet, wahrscheinlich zusammen mit einem Tag der offenen Tür im Rathaus.

Das Textilmuseum öffnet bereits am 20. März die Sonderausstellung „Gestern. Heute. Morgen.“

Konzerte

Im Jubiläumsjahr feiert die beliebte Veranstaltung „Musik an einem Sommerabend“ am 23. Juli ein besonderes Comeback. Gerd Koppitz fasst die Geschichte der Stadt musikalisch als eine Art Musical für Chor und Orchester zusammen. „Eine spannende Sache“, freut sich der Bürgermeister. Auch Orgel- und Posaunenkonzerte sind geplant. So lädt der Musikverein am 14. Mai zu einem Orgelkonzert ein.

Lesestoff

Statt einer klassischen Chronik setzt Helmbrechts auf „Jubiläumsblättla“ mit Anekdoten aus der Geschichte. Werner Bußler und Dieter Ziegelmüller werden sie lebendig gestalten. Über das HSL-Mitteilungsblatt erreichen sie die Haushalte, genau wie der Jubiläumskalender, der viermal erscheint und die Termine auflistet.

Vereine laden ein

In den Kalendern finden sich auch die Veranstaltungen, die die Vereine im Jubiläumsjahr anbieten. Auch sie feiern zum Teil Geburtstag. So wird der VfB Helmbrechts 100 Jahre alt.

Führungen, Bier und mehr

Wer die Stadt erleben will, wie Mundartdichter Otto Knopf sie präsentierte, kann an Stadtführungen teilnehmen. Auf dem Freibadgelände findet der Kinosommer statt und eventuell der Karrieretreff, der am 24. Februar vorab virtuell zu erleben sein wird. Die Werbegemeinschaft plant die französische Nacht am Kirchberg.

Der Bürgermeister hofft, dass vieles davon stattfinden kann: „Wir lassen uns von Corona nicht unterkriegen.“

Eines kann man bereits jetzt genießen: das Jubiläumsbier. Dafür haben Biersommelier Jörg Dietrich und Braumeister Sebastian Hacker von der gläsernen Museumsbrauerei in Kulmbach zusammengearbeitet. Die 600-Jahr-Brezel dazu liefert die Helmbrechtser Bäckerei Bloß.

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