Feier in Hof Markus Söder kommt zum Frankenpost-Jubiläum

, aktualisiert am 23.09.2025 - 09:07 Uhr

Am Samstag, 27. September, feiern wir unser 80-jähriges Bestehen groß im Druckzentrum in Hof: mit Führungen, Musik, spannenden Gesprächen und einem bunten Programm für alle. Auch der bayerische Ministerpräsident hat sich angekündigt.

Wo sonst die Zeitung gedruckt wird, wird am 27. September kräftig gefeiert. Im modernen Druckzentrum in der Schaumbergstraße in Hof Foto: Frank Wunderatsch

Es war die „Lizenznummer 4“, die ganz am Anfang stand. Der 12. Oktober 1945 wurde zu einem besonderen Tag: An jenem Freitag kam die erste Frankenpost aus der Druckerpresse, das war zugleich Auftakt einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Und diese Zeit gilt es zu feiern – am Samstag, 27. September, von 11 bis 22 Uhr mit Leserinnen und Lesern am Standort des modernen Druckzentrums in der Schaumbergstraße in Hof. Was wäre auch eine Zeitung ohne ihre täglichen treuen und kritischen Leser?

Nach der Werbung weiterlesen

Der Wunsch nach Pressefreiheit, Zugang zu freier Berichterstattung, weg von staatlichem Dirigismus und Zensur, waren die Gründe, die die damaligen westlichen Besatzungsmächte antrieben, unabhängige Zeitungen an den Start zu bringen. Ein System, das bis heute funktioniert und ein Kennzeichen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist.

Lizenznummer 4

Die Kapitulation Nazi-Deutschlands im Mai 1945 lag noch nicht weit zurück, die Amerikaner hatten Hof am 15. April erreicht – als „Befreier“ sahen sich die US-Truppen und zeigten das in der darauffolgenden Zeit. Mit der Lizenznummer 1 erschien in München die Süddeutsche Zeitung, die noch heute weltweit einen guten Ruf hat. Die Frankenpost war nach dem Kriegsende 1945 in Bayern in der zeitlichen Folge der Zeitungsneugründungen, die alle lizenziert werden mussten, das vierte Medium, das von der US-Militärregierung zugelassen wurde.

Auch Markus Söder hat sich für das Frankenpost-Leserfest angekündigt. Foto: dpa

„Leitbild der amerikanischen Pressepolitik war die überparteiliche Gemeinschaftszeitung mehrerer politisch unbelasteter Lizenzträger“, schrieb viel später der Politologe Alf Mintzel über den Neustart der Medien in der Stadt Hof. Und in dieser Tradition beweist sich die Frankenpost noch heute, Tag für Tag auf Papier und längst auch im Internet sowie als E-Paper und auf sozialen Plattformen, als unabhängige und überparteiliche Heimatzeitung.

Anfangs nur zwei Ausgaben pro Woche

Dabei war sie längst nicht von Anfang an als Tageszeitung gedacht. Doch das forderten bald die Leser, die hungrig nach unabhängiger Information waren, und es war auch eine Folge des Konkurrenzkampfs auf dem erwachsenden Zeitungsmarkt.

1945 erschien die Frankenpost nur zweimal pro Woche – unter anderem, weil Papier damals noch recht knapp war. Doch es dauerte nicht allzu lange, bis die Taktung auf vier Ausgaben pro Woche erhöht wurde.

Allgemeine Pressefreiheit

Im Jahr 1949, knapp vier Jahre nach Gründung der Frankenpost und vieler anderer neuer Zeitungsprodukte, wurde in Deutschland die allgemeine Pressefreiheit verkündet. Damit endete der Lizenzzwang, somit gingen neue, darunter auch viele weitere Heimatzeitungen an den Start, deren oft traditionsreiche Verleger und Verlegerfamilien diesen Neustart herbeigesehnt hatten.

Von der Militärregierung waren „unabhängige Köpfe“ ausgesucht worden, unbelastet sollten sie sein, niemals Mitglieder der NSDAP durften sie gewesen sein. Auf Hans Seidel und Tibor Yost traf dies zu, sie wurden die beiden Lizenzträger der Frankenpost. Der Hofer Hans Seidel (1880 bis 1959) war ehemals Reichstagsabgeordneter der SPD, und der parteilose Journalist und Drehbuchautor Tibor Yost (eigentlich Tibor Dioszeghy, 1896 bis 1968) stammte aus Ungarn. Yost übernahm die Hauptschriftleitung, heute würde man sagen: die Chefredaktion. Seidel führte die Geschäfte, den Verlag also.

Stürmische Zeiten

80 Jahre bedeuten auch stürmische Zeiten: Grenzlandlage, Eiserner Vorhang quasi vor der Haustür, Zonenrandlage und Wirtschaftswunder – und dann natürlich die Grenzöffnung, die einem Wunder gleichkam. Dazu ständige demografische Schwierigkeiten und die Herausforderungen, die neue Medien und virtuelle Gestaltungsmöglichkeiten bringen. Der „Kollege Computer“, einst gefürchtet, ist seit mittlerweile Jahrzehnten aus keiner Redaktion mehr herauszudenken.

Neue Lokalzeitungen wurden in den 1980er-Jahren gegründet, manche auch wieder zusammengelegt, langweilig wurde es in all den Jahren nicht im Verlag und in den Redaktionen. Die Frankenpost gehört heute, wie der Nordbayerische Kurier in Bayreuth, die Neue Presse in Coburg und das Freie Wort in Suhl zur Verlagsgruppe Hof-Coburg-Suhl-Bayreuth (HCSB).

Neue Herausforderungen

Herausfordernd werden auch die nächsten 80 Jahre werden, da muss niemand Sorge haben. Junge Menschen „konsumieren“ Nachrichten nicht mehr auf Papier, das neue Trägermedium für Nachrichten ist für diese heute das Netz mit seinen sozialen Plattformen. Längst hat die Frankenpost auch einen Instagram-Kanal, ist auf Facebook unterwegs und hat kürzlich erst eine Kommentarfunktion an den Start gebracht, die es möglich macht, online mitzudiskutieren, ohne sich Hass und Hetze im Netz von anonymen Stimmungsmachern auszusetzen. „Plural“ heißt diese Funktion, beruhend auf der Klarnamen-Identifikation. „Die Frankenpost war und ist die Stimme der Region“, sagt Chefredakteur Stephan Sohr. „Kein anderes Medium berichtet so ausführlich und tiefgehend über alles, was in Hochfranken relevant ist. Und wir freuen uns, wenn unsere Leserinnen und Leser unsere Nachrichten nicht nur konsumieren, sondern sich aktiv an der öffentlichen Diskussion beteiligen.“

Kollege KI

Und längst schon brechen wieder neue Zeiten an, stehen doch „Kollege und Kollegin KI“ vor der Tür. Jeder Wandel bringt neue Chancen: „Wir haben neue Möglichkeiten, unsere Leser aus der Region zu erreichen, uns auszutauschen, nach Themen Ausschau zu halten und Themen zu diskutieren. Das ist jetzt viel einfacher als früher“, blickt Frankenpost-Geschäftsführer Andreas Heinkel positiv auf alle diese Entwicklungen. Und er gibt zugleich die Richtung vor: „Journalistische Arbeit lebt vom freien Denken eines Menschen, und keine KI der Welt kann das ersetzen.“ Zugang zu freien Medien, bilden der eigenen Meinung, das bleibt – und dieses wichtige Gut gilt es zu verteidigen.

Buntes Programm

Die Frankenpost steht für Pressefreiheit und unabhängigen Journalismus seit 80 Jahren – das wollen die „Zeitungsmacher“ mit ihren Leserinnen und Lesern feiern. Am Samstag, 27. September, von 11 Uhr an auf dem großen Gelände des Druckzentrum des Verlages in der Hofer Schaumbergstraße bei einem Tag der offenen Tür. Bis in den Abend hinein gibt es ein buntes Programm mit Diskussionen und Betriebsführungen, vielen Gesprächen, die einzelnen Redaktionen und Abteilungen stellen sich vor, es gibt Musik mit der beliebten und bekannten Zeitungsband Druckreif und gute Unterhaltung. Zu dieser großen Feier hat sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angemeldet.

Alles zum Tag der offenen Tür mit Leserfest

Wann und wo?
Samstag, 27. September, von 11 Uhr bis 22 Uhr im Frankenpost- Druckzentrum in der Schaumbergstraße 9 in Hof.

Was wird geboten?  
Von 11 bis 17 Uhr heißt es „Bühne frei“ mit: – Besichtigung des Druckzentrums und Vorstellung der Redaktion und weiterer Abteilungen – Abschluss der Besichtigung mit Fotobox– Newscamp mit Workshops für junge und jung gebliebene Leute. In Kooperation mit der Initiative „Use the News“ der dpa ist auf der Wiese vor der Druckerei das erste Frankenpost Newscamp aufgebaut. Zielgruppe sind Schüler, Lehrer und interessierte Besucher. In fünf Pagodenzelten soll für den Umgang mit Faken-News sensibilisiert und gleichzeitig die Bedeutung unabhängiger, regionaler Medien für die Demokratie herausgestellt werden.– Musikalische Begleitung des Tages von der Bühne – Hüpfburg– Bewirtung: Kulinarisches von Bratwurst bis Pizza,Getränke und Sektbar

Talk mit Söder:
Um 15.30 Uhr steht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beim Talk mit Chefredakteur Stephan Sohr auf der Bühne.

Konzert:
Von 18.30 bis 22 Uhr heizt die Zeitungsband Druckreif kräftig ein.