Etliche Unfälle Schneechaos in der Region

, aktualisiert am 18.01.2023 - 19:11 Uhr

Bei minus fünf Grad hat es in Franken in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Frost und Neuschnee gegeben. Der Wintereinbruch hat zu etlichen Unfällen in den Landkreisen Hof und Wunsiedel geführt. Die A9 war am Mittwochmorgen gesperrt. Auch am Nachmittag wird die Geduld der Autofahrer auf eine harte Probe gestellt.

Zehn Zentimeter Neuschnee in einigen Gebieten Frankens: Bereits in den Morgenstunden kam es zu erheblichen Verkehrsstörungen auf den hochfränkischen Autobahnen.

Um kurz vor 8 Uhr ist ein Sattelzug aus Rumänien auf der schneeglatten Fahrbahn umgekippt. Der Fahrer verlor zwischen den Anschlussstellen Hof-West und Münchberg-Nord die Kontrolle über seinen 40-Tonner, prallte in die Mittelleitplanke, kippte um und blieb schließlich auf einer Betonabtrennung liegen. Die beiden rumänischen Fahrer waren zunächst im Führerhaus eingeklemmt, wurden verletzt daraus befreit und ärztlich versorgt. Die Anfahrt gestaltete sich für die Rettungskräfte wegen einer fehlenden Rettungsgasse und wegen des Schnees auf der Autobahn äußerst schwierig.

Der linke und mittlere Fahrstreifen der Südfahrbahn der A9 waren im Bereich der Unfallstelle blockiert, die A9 war in Richtung Nürnberg gesperrt. An der Anschlussstelle Hof-West sollte der Verkehr ausgeleitet und über die Umleitungsstrecke zur Anschlussstelle Münchberg-Nord geführt werden. Laut Polizeibericht wurden die vor der Unfallstelle aufgestauten Fahrzeuge an der Unfallstelle einspurig vorbeigeleitet. Die Verkehrspolizei aus Hof war mit mehreren Streifenfahrzeugen sowie der Feuerwehr, dem THW und den Rettungsdiensten im Einsatz. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten dauerten einige Stunden, da zur Bergung ein Kran zum Einsatz kam. Der Schaden liegt nach ersten polizeilichen Schätzungen im unteren sechsstelligen Bereich. Es sei den gesamten Mittwoch mit Behinderungen zu rechnen, hieß es bereits am Morgen. Und so sollte es auch kommen.

Der Unfall wirkte sich auch auf den Verkehr auf den Nebenstraßen aus. Diese waren am Nachmittag größtenteils dicht. Weiter nördlich hingen kurz vor Schauenstein die Lastwagen am Berg fest. Auch die Nebenstrecken der A72 waren stark befahren. Rund um Köditz stocke der Vekehr, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Bei Rudolphstein werde der Verkehr der A9 ausgeleitet.

Bereits am Mittwochmorgen teilte die Integrierte Leitstelle Hochfranken (ILS) auf ihrer Facebook-Seite mit, dass die A9 in beiden Richtungen stark von den Schneefällen betroffen ist. Auch die Überleitungsspangen von und zur A72 am Dreieck Bayerisches Vogtland waren dicht. Überall standen querstehende Lkw im Weg. Die ILS bat die Bevölkerung um Geduld und darum, unnötige Fahrten zu vermeiden. Verkehrsteilnehmer vor Ort sollen eine Rettungsgasse bilden.

Außerdem listete die ILS auf ihrer Facebook-Seite ihre vielen witterungsbedingten Einsätze am Mittwochmorgen und -vormittag auf:

  • B289 Höhe Schwarzenbach / Saale, mutmaßlich mit eingeklemmten Personen. Drei Leichtverletzte vor Ort versorgt.
  • Kreisstraße KU13, Verkehrsunfall, FF Helmbrechts zur Unterstützung der dortigen Kräfte.
  • B15 bei Rehau, zwei PKW frontal, zwei Verletzte ins KH transportiert.
  • A93 bei Schönwald, PKW überschlagen, Insasse durch Feuerwehr befreit, ein Verletzter durch Rettungsdienst ins KH transportiert.
  • B173 bei Gumpertsreuth: LKW verunfallt, niemand verletzt
  • Kreisstraße bei Neukühschwitz: LKW festgefahren, durch FW abgesichert.
  • bei Wölsauerhammer: PKW im Graben, Eine Person ins KH transportiert, Feuerwehr sicherte ab.
  • A9 Hof-West Richtung Münchberg Nord: LKW schwer verunfallt, Insassen eingeklemmt. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst noch vor Ort, zwei Verletzte ins KH verbracht.
  • A9 bei Rudolphstein: LKW verunfallt, auslaufende Betriebsstoffe.
  • Auf den Straßen der Region zahlreiche querstehende LKW, umfangreiche Verkehrsbehinderungen.

Auf der Bundesstraße B15 ereigneten sich ebenfalls mehrere Unfälle.

In Coburg konnten die Schulbusse nach Aussagen einer Sprecherin des städtischen Konzerns SÜC nicht fahren. "Bei uns hat es heute Morgen ohne Ende geschneit", sagte sie. Die Räumdienste seien zwar im Einsatz gewesen, seien aber schlichtweg mit ihrer Arbeit nicht hinterhergekommen. Insgesamt konnten sechs Buslinien nicht bedient werden. "Wir schätzen, dass etwa 3000 Fahrgäste von dem Ausfall betroffen waren." In Würzburg kam es am Mittwochmorgen zu erheblichen Verzögerungen und Ausfällen im Busverkehr, wie die dortige Verkehrs- und Versorgungs-GmbH mitteilte. "Die Busse fahren nur vereinzelt. Es gibt so viel Schnee, dass kein Durchkommen ist", sagte eine Sprecherin. In einigen Regionen Unterfrankens fiel zudem der Unterricht an Schulen aus. Das betraf laut bayerischem Kultusministerium die Stadt und den Landkreis Würzburg sowie den Landkreis Kitzingen.

Insgesamt gab es in Unter- und Oberfranken witterungsbedingt am Morgen Hunderte Unfälle, in einigen Fällen wurden Menschen verletzt. Zumeist blieb es aber bei Blechschäden. Für die nächsten Tage erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Teilen Frankens wieder Schnee.


 

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