Ab Samstag Böhmische Lockerheit

Der Marktplatz von Eger – Tschechien lockert die Corona-Regeln recht umfangreich. Foto: dpa/CTK/Kubeš Slavomír

Das Nachbarland erleichtert die Bestimmungen für die Geschäfte, Restaurants und Kulturveranstaltungen. Nur aus einer Region sind Fälle der Delta-Mutante bekannt.

Eger/Prag - Die tschechische Regierung hat angesichts der sinkenden Infektionszahlen beschlossen, einige bereits geplante Lockerungen der Corona-Bestimmungen früher in Kraft zu setzen. Bereits von Samstag an gelten weitere Erleichterungen für Geschäfte, Restaurants und Bars sowie für Kulturveranstaltungen.

In Verkaufsräumen dürfen sich dann wieder 50 Prozent mehr Kunden als bisher gleichzeitig aufhalten. Bislang gilt als Regel ein Kunde pro 15 Quadratmeter, die auf ein Kunde je zehn Quadratmeter gelockert wird. In den Restaurants und Bars ist wieder Livemusik gestattet. Allerdings bleibt bei der Innen- und Außen-Gastronomie die Einschränkung, wonach die Gäste einen Test-, Impf- oder Genesennachweis benötigen. Ohne eine dieser Bescheinigungen drohen bei Kontrollen durch die Polizei oder von Mitarbeitern der Gesundheitsbehörde Geldstrafen.

Über die verhältnismäßig großzügigsten Lockerungen der Corona-Bestimmungen kann sich die Kulturbranche in Tschechien freuen. In geschlossenen Räumen dürfen die Veranstalter von Samstag an bis zu 75 Prozent der Sitzplätze nutzen. Im Freien sind wieder Events mit bis zu 5000 Besuchern möglich. Dennoch haben viele Städte bereits große traditionelle Feste abgesagt. So gibt die Stadt Cheb (Eger) bekannt, dass die für den 27. und 28. August geplanten Wallenstein-Festspiele nicht stattfinden werden.

Der Kreis Eger, der vor drei Monaten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 1000 zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Gebieten Tschechiens zählte, weist seit einigen Woche die landesweit niedrigsten Werte aus. Mit aktuell einem Fall liegt die Inzidenz bei 1,09. Nur knapp darüber liegen die Kreise Sokolov (Falkenau) mit 2,29 und Karlovy Vary (Karlsbad) mit 2,62. Der tschechische Landesdurchschnitt liegt wie in Deutschland derzeit bei acht. Überdurchschnittliche Infektionszahlen meldet Prag mit 226 Fällen und einer Inzidenz von 16,93.

Die gefährlichere Delta-Mutante des Corona-Virus, vor der deutsche Mediziner seit Wochen warnen, ist in Tschechien bislang nur im nordböhmischen Kreis Děčín (Tetschen-Bodenbach) an der Grenze zu Sachsen nachgewiesen. Tschechischen Medienberichten sind zwölf Fälle der indischen Corona-Mutanten nachgewiesen worden.

 

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