Abschied von Pfarrer Friedel Adieu mit Wehmut

Christl Schemm

Viele positive Erinnerungen prägen Reden und andere Beiträge zum Abschied von Pfarrer Carsten Friedel aus der evangelischen Kirchengemeinde Arzberg. Wie es für ihn weitergeht.

Nach dem Abschiedsgottesdienst: Pfarrer Carsten Friedel (Mitte) mit Dekan Peter Bauer (Siebter von rechts), Pfarrern aus der Region und Mitgliedern des Kirchenvorstands. Foto: pr.

Vier Wochen ist er noch da und auch noch zu erreichen, dazwischen steht ein Urlaub an. Doch am 1. September heißt es endgültig: Die Koffer müssen gepackt sein. Denn dann tritt Pfarrer Carsten Friedel, der bislang die Erste Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Arzberg innehatte, seine neue Pfarrstelle in den Kirchengemeinden Leutershausen und Jochsberg im Landkreis Ansbach an (wir berichteten).

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Kürzlich hieß es für den beliebten Geistlichen und seine Familie, offiziell Abschied zu nehmen von seiner Gemeinde, von Kolleginnen und Kollegen, Weggefährten und von der Kommune, in der ihm bereits vieles vertraut war, als er 2019 als Geistlicher zurückkam. Arzberg war ihm nicht unbekannt. In der Nähe lebten seine Eltern, in Arzberg wurde er getauft und konfirmiert.

Gottesdienst mit Dekan

Bei einem feierlichen Gottesdienst mit Dekan Peter Bauer in der Maria-Magdalena-Kirche und einem Empfang im Gemeindehaus nutzten viele Menschen – von Vertretern der Politik und der Kirche bis zu den Jungen und Mädchen der Kindertagesstätten – die Gelegenheit, sich von Pfarrer Friedel zu verabschieden, sich bei ihm zu bedanken, ihm gute Worte und Wünsche sowie Geschenke auf den Weg an seine künftige Wirkstätte mitzugeben.

Kindertagesstättenbau als Höhepunkt

Eine rund sechs Jahre gewachsene gute Zusammenarbeit gehe nun zu Ende, sagte Stefan Göcking. „Du warst fast überall, wo ich auch war“, erinnerte sich der Bürgermeister. „Wir haben uns auf vielen Veranstaltungen, Feiern und Geburtstagsfesten getroffen und, so glaube ich, auch schätzen gelernt. Unsere Gespräche verliefen immer angenehm, offen und humorvoll.“ Ein Höhepunkt in der Zusammenarbeit sei unter anderem der Neubau der Kindertagesstätte „Abenteuerland“ gewesen. „Es war eine schöne und es war eine gute Zeit, die wir miteinander verbringen durften. Danke für die Zusammenarbeit und dein Wirken in Arzberg.“ Auch der Thiersheimer Bürgermeister Werner Frohmader, in dessen Gemeinde Orte zum Kirchensprengel Arzberg gehören, dankte dem scheidenden Pfarrer.

Abschiedsworte sprachen von kirchlicher Seite neben dem Dekan auch Pfarrerin Katja Schütz als Seniorin für das Dekanat Wunsiedel sowie Pfarrer Stefan Prunhuber von der katholischen Pfarrgemeinde.

Weggefährtin nimmt Abschied

„Heute ist ein Moment des Abschieds – und auch ein Moment der Dankbarkeit. Es fällt mir nicht leicht, heute hier zu stehen, denn ich verabschiede nicht nur unseren Pfarrer, sondern auch einen langjährigen Weggefährten, einen Mitmenschen, mit dem mich persönlich viel verbindet“, sagte stellvertretende Vertrauensfrau Franziska Rabensteiner namens des Kirchenvorstands. Sie sei mit Friedel zur Schule gegangen, habe mit ihm Konfirmation gefeiert und an der Ostsee gemeinsam Erinnerungen gesammelt.

„Du warst für unsere Gemeinde mehr als ein Pfarrer. Du bist ein Seelsorger im besten Sinne des Wortes – nah bei den Menschen, mit offenem Ohr und weitem Herzen. Du hast mitgedacht, mitgefühlt, mitgetragen. Dabei hast du nichts auf die leichte Schulter genommen. Du bist jemand, der die Dinge genau nimmt – oft sehr genau –, und der sich bemüht, es allen recht zu machen. Auch wenn das manchmal fast unmöglich war, hast du es doch immer wieder versucht. Mit Geduld, mit Liebe – und einem tiefen Glauben“, lobte Rabensteiner den Pfarrer, dem besonders die Kinder am Herzen lägen.

Selbst gedichtetes Lied

Auch diese zeigten mit ihren Betreuerinnen aus den Kitas, wie sehr sie den Geistlichen schätzen: unter anderem mit einem Lied, in dem die Erzählstunden mit Friedel eine Rolle spielten. Vertrauensmann Klaus Schönauer hatte ebenfalls ein selbst gedichtetes Lied im Abschiedsgepäck und sang von „Unserem Pfarrer in den Siebzigern“.

All das Lob, die guten Wünsche und Beiträge, vor allem jene der Kinder, berührten Friedel sehr, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion betonte. Der Abschied sei sehr emotional und falle ihm schwer. Wehmut komme auf, denn sein Dienst in Arzberg sei von viel Vertrauen geprägt gewesen. „Beim Abschied überwiegen gute Erinnerungen“, sagte er. Zum Beispiel auch das gute Miteinander mit der katholischen Pfarrgemeinde bei Gottesdiensten oder der Sternsingeraktion. Andererseits stelle sich auch Vorfreude auf die neue Aufgabe ein.