Adelt fordert: Piazolo soll mit Hofer Eltern reden

Viele Schülerinnen und Schüler aus dem Hofer Land haben seit Monaten keine Schule von innen gesehen. Nun ist auch die Notbetreuung heruntergefahren worden. Viele Familien sind verzweifelt. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

Im Hofer Land dürfen nur noch wenige Familien dürfen seit dieser Woche die Notbetreuung für ihre Kinder nutzen. Das bringt viele in die Bredouille. Klaus Adelt fordert deshalb den Kultusminister auf, sich in einer Videokonferenz den Fragen betroffener Eltern zu stellen.

Hof - Seit über 150 Tagen weisen Stadt und Landkreis Hof eine Sieben-Tages-Inzidenz von über 100 auf. Viele Schülerinnen und Schüler aus dem Hofer Land haben seit Anfang Dezember die Schule nicht mehr von innen gesehen – und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. So notwendig auch die aktuelle Verschärfung der Maßnahmen aus Sicht des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt ist, weiß er um den Spagat zwischen Kinderbetreuung, Homeschooling und Arbeit, der für viele Eltern und Kinder eine organisatorische Zerreißprobe und enorme Belastung darstellt. Wie Klaus Adelt in einer Pressemitteilung erklärt, hat er deshalb Kultusminister Piazolo in einem Schreiben aufgefordert, sich den Fragen schulpflichtiger Eltern in Stadt und Landkreis Hof zu stellen.

Adelt: „Ich sehe, wie die Akzeptanz für die Maßnahmen schwindet und das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik auf einen Tiefpunkt gesunken ist. Wer kann es den Familien verdenken?“

Die Notbetreuung werde massiv zurückgefahren, während aus Adelts Sicht die Unternehmen von einem konsequenten echten Lockdown verschont bleiben. Auch deshalb kämen Eltern erst in diese Bredouille. Zudem seien viele Schulen und Kindertageseinrichtungen noch nicht „pandemiefest“, wie Adelt mitteilt. Statt in einer landesweiten Kraftanstrengung alle Schulen mit ausreichend CO2-Sensoren und Luftfilteranlagen auszustatten, werde in einem Kompetenzgerangel die Verantwortung nach unten an die Kommunen geschoben, ohne diesen ein ausreichendes und hilfreiches Förderprogramm mit an die Hand zu geben.

„Die Pandemie wird auf dem Rücken der Familien ausgetragen“, findet Adelt. Gerade im Schulbereich seien noch zu viele Fragen offen, zumal in Stadt und Landkreis Hof noch gar nicht abzusehen sei, ob das Gros der Schülerinnen und Schüler die Schulen in diesem Schuljahr noch einmal von innen sehen wird. Ungeklärt seien etwa auch das Übertrittsverfahren der Viertklässler und die Frage der Abschlussprüfungen. Völlig ungeklärt sei außerdem die Frage der Rückkehr der SchülerInnen und Schüler aus der Pandemie, gerade aus sozial benachteiligten Familien.

„Die Eltern haben Fragen“, schreibt der Hofer Landtagsabgeordnete deshalb in einem Brief an Kultusminister Piazolo und fordert ihn damit auf, sich in einer Videokonferenz den Fragen der Eltern aus dem Hofer Land zu stellen. „Die Familien fühlen sich im Stich gelassen. Nehmen Sie die Sorgen und Wünsche ernst und stellen Sie sich den Fragen“, schreibt Adelt an den Minister. Eine solche Videokonferenz ließe sich ganz einfach über das Schulamt organisieren, meint Adelt. Notfalls bietet er sich auch selbst dafür an. Adelt: „Das Angebot steht!“

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