Vier Jahre lang musste der Junge mit einem Stück Gartenschlauch in der Blase leben. „Er hatte einen Unfall mit einem Lkw, dabei wurde die Harnröhre abgerissen. Man hat ihm ein Stück Schlauch in die Blase gesteckt und es mit einem Holzkeil verschlossen. Zum Wasserlassen hat er den Holzkeil herausziehen müssen“, erzählt Dr. Hansjörg Keller. Er hat dem jungen Patienten eine neue Harnröhre aus Mundschleimhaut eingesetzt, hat ihm damit ein riesiges Stück Lebensqualität zurückgegeben. So wie sehr vielen anderen Menschen auch: In zwei jeweils zweiwöchigen Einsätzen in Ghana hat Hansjörg Keller um die 100 Operationen durchgeführt, die sonst womöglich niemals stattgefunden hätten. „Damit habe ich den Betroffenen geholfen, ja. Nur nachhaltig war da nix, wie ich es mir ja vorher eigentlich erhofft hatte“, berichtet der 70-Jährige. So versucht er nun, das Projekt, für das er tätig war, auf eine neue Stufe zu stellen.