Als der Dreizehnjährige seine eigene Erektion gesehen habe, habe er einfach nur gelacht. Über Minuten hinweg sei er nicht zu beruhigen gewesen, habe gelacht und gelacht – so, wie er das in den Tagen danach immer beim Verbandswechsel zusammen mit seiner Mutter getan habe, die am Krankenbett saß. Der Dreizehnjährige war mit einer massiven genitalen Fehlbildung geboren worden, in seinem Heimatland Ghana standen die Chancen bei quasi Null, dass das je behandelt wird. „So musste er sich in gewissen Situationen immer verstecken vor Gleichaltrigen, aus Angst, dass jemand sein fast vollständig eingewachsenes Glied sehen könnte“, sagt Dr. Hansjörg Keller aus Hof. Der Urologe ist der Grund dafür, dass der Junge so lachen konnte – er hat in mittlerweile fünf ehrenamtlichen Einsätzen als Operateur in Ghana das Leben vieler Menschen dort verändert.