Als NFT „Disaster Girl“-Meme für fast 500 000 Dollar verkauft

Das „Disaster Girl“-Meme ist nicht das erste Meme, welches für teueres Geld den Besitzer wechselte.(Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Daniel Naupold

Zoe Roth wurde unfreiwillig als „Disaster Girl“ zum Internetstar. Ihr Bild, auf welchem sie lächelnd vor einem brennenden Haus steht, kennt fast jeder. Nun hat sie das Originalbild für fast 5 00 000 Dollar versteigert.

Stuttgart - Auch wenn der Name Zoe Roth nur den wenigsten Menschen etwas sagt, ihr Bild haben die meisten Internet-Nutzer vielleicht schon einmal gesehen. Denn die 21-jährige wurde weltweit mit dem Bild „Disaster Girl“ bekannt, welches sie als vierjährige leicht bösartig grinsend vor einem brennenden Haus zeigt und den Eindruck erweckt, als hätte sie etwas mit der Katastrophe zu tun.

Das Bild verbreitete sich schnell im Internet und wurde dort zu einem der meistgeteilten Memes. Mittlerweile gibt es gefühlt fast kein Bild einer Katastrophe mehr, auf welches Nutzer nicht das Gesicht des „Disaster Girls“ eingefügt haben. So grinst sie auf Bildern vor der untergehenden Titanic oder steht kurz vor dem Anschlag auf dem World Trade Center.

Die mittlerweile 21-jährige Zoe Roths hat das Originalbild nun als nonfungible token (NFT) versteigert und dabei laut der New York Times, Kryptowährung im Wert von rund 485 000 Dollar eingenommen. Mit NFTs lassen sich Zertifikate von digitalen Kunstwerken oder Bildern erstellen, wodurch diese einzigartig werden und wie ein physisches Kunstwerk gehandelt werden können. Zoe Roth hält allerdings weiter das Copyright auf das Bild und erhält immer zehn Prozent des Preises, falls der NFT vom Besitzer weiterverkauft wird.

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So entstand das Bild

Die Geschichte hinter dem Bild ist viel harmloser als man am Anfang vermuten mag. Die Familie von Zoe Roth besuchte 2005 eine Übung der Feuerwehr in ihrer Straße. Die Feuerwehr hatte dort ein kontrolliertes Feuer gelegt und übte für einen Einsatz, die Stimmung war relativ entspannt, Nachbarn versammelten sich und wer wollte, durfte auch mal den Schlauch halten und versuchen das Feuer zu löschen. Zoes Vater, welcher passionierter Hobbyfotograf war, forderte Zoe dazu auf, doch einmal vor dem Brand zu posieren.

Zwei Jahre später reichte ihr Vater das Bild dann bei einem Foto-Wettbewerb ein und gewann den ersten Preis. Von dort verbreitete sich das Bild auch im Internet und wurde zum Meme.

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In einem Interview mit der New York Times sagte Zoe Roth, die Versteigerung des Bildes sei für sie eine Möglichkeit gewesen, wieder Kontrolle über die Situation zu bekommen. Das Geld möchte sie zum einen Teil an einen wohltätigen Zweck spenden und zum anderen Teil ihr Studentendarlehen damit zurückzahlen. Sie hofft allerdings auch, dass sie in der Zukunft noch etwas Bedeutenderes erreicht, damit das Wort „Disaster Girl“ nicht mehr das Erste ist, welches erscheint, wenn man ihren Namen googelt.

 

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