Am 3. Juli Nagel lädt zum fünften Kräuterfest

Kräuterfrau Erika Bauer steckt mitten in den Vorbereitungen für das Kräuterfest am 3. Juli, das zwischen dem malerisch gelegenen Nagler See und dem Duft- und Schmetterlingsgarten im Grünen stattfindet. Foto:  

Nach der Corona-Pause wird endlich wieder am See gefeiert. Die Kräuterfrauen bitten am 3. Juli zu Tisch im Grünen. Spiel, Spaß, Wissenswertes und Leckereien warten auf die Besucher des Kräuterdorfs.

Die bunten Schmetterlinge lieben die kleinen lila Blüten des Thymian ebenso wie das metallene Mädchen, das sich mit einem Buch in der Hand genüsslich im Blütenbett niedergelassen hat. Genüsse gibt es am Nagler See zuhauf. Und zwar mitten aus der Natur. Brennnessel, Giersch, Labkraut, Löwenzahn, Vogelmiere und Sauerampfer gesellen sich zu Spitzwegerich, Baldrian und Gänseblümchen. Was man alles mit diesen Wildkräutern anstellen kann, das wissen die Kräuterfrauen aus dem Kräuterdorf ganz genau. Sie und viele Aussteller laden am 3. Juli zum 5. Nagler Kräuterfest am See ein und wollen zeigen, was ihr Dorf in Sachen Kräutern alles hergibt.

Sie ist eine der ersten Stunde: Erika Bauer. Die Frau des ehemaligen Bürgermeisters hegt und pflegt die Kräuter ihres Heimatdorfes das ganze Jahr über und bringt den Menschen näher, wie sie mit Kräutern lecker speisen, räuchern und sich für den Körper etwas Gutes gönnen können. Zusammen mit knapp zehn weiteren Kräuterfrauen ist Bauer gerade dabei, das 5. Nagler Kräuterfest vorzubereiten, das am 3. Juli am malerisch gelegenen See steigt.

Genuss pur

Von 11 bis 18 Uhr steht Genuss pur im Fokus, wenn Duft- und Schmetterlingsgarten, Zeit- und Erlebnisgarten, der Bauerngarten und das Haus der Kräuter dazu einladen, zu genießen, was der reichhaltige Tisch der Natur zu bieten hat.

„Ehe das Fest beginnt, gibt es um 10 Uhr erst einmal einen Gottesdienst im Duft- und Schmetterlingsgarten“, kündigt Erika Bauer an, während sie beim gemütlichen Plausch am See Kaffee einschenkt und Kuchen kredenzt. Der offizielle Beginn des Kräuterfests wird nicht zu überhören sein, zumal die Böllerschützen anlegen und mit lautem Getöse den Startschuss geben. Bürgermeister Helmut Voit und Kräutervereinsvorsitzender Theo Bauer werden das Fest mit Grußworten eröffnen.

Rund um den See

Dann heißt es Bühne frei für die Natur rund um die See. „Die Leute, die hoffentlich aus der gesamten Region zu uns kommen, können nicht nur den Festbetrieb genießen“, sagt Kräuterfrau Erika Bauer. „Es gibt ein umfangreiches Marktangebot mit vielen Ausstellern, die jede Menge Handwerk zu bieten haben.“ Und dass es Kräuterspezialitäten und regionale Schmankerln am See gibt, versteht sich für die Nagler Kräuterfrauen von selbst. Nicht nur sie bieten Leckereien von Wildkräuterquark über Kräuter-Wurstsalat bis hin zum Blütenkuchen an, auch der FGV wartet mit Köstlichkeiten wie Wein und Flammkuchen am Kranhaus auf. Kaffee und Kuchen gibt es ebenfalls – am See wie im Kräuterhaus, das am 3. Juli auch seine Pforten öffnet. Insgesamt werden in Nagel um die 60 Fieranten mit ihren Waren erwartet.

Die Kräuterfrauen haben auch allerhand anzubieten, was sie in den vergangenen Wochen selbst aus dem Garten der Natur produziert haben. Ob das Nagler Kräutersalz, Salben und Tinkturen aus Kräutern, selbst gemachten Sirup aus Holunder oder Kräuter-Balsamico – die Liste der Produkte aus der Natur rund um Nagel ist lang, die Kreativität der Kräuterfrauen groß.

Viele Aktionen

„Für die Kinder haben wir auch viele Aktionen im Angebot. Außerdem gibt es ein historisches Kinderkarussell“, kündigt Bauer an. Eine Tombola gehört ebenfalls zum Kräuterfest. Und natürlich Musik. „Neben einem Drehorgelspieler unterhalten die Ponader-Boum. Nur schade, dass die Seebühne noch nicht gebaut ist“, findet die Kräuterfrau. „Denn die wäre schon ein Highlight.“

Wenn der Natur- und Kräuterdorfverein Nagel zum Fest lädt, dann gibt es selbstverständlich auch Kräuterführungen. Dabei nehmen Erika Bauer, Monika Wastl und Melanie Kellner alle interessierten Besucher mit auf eine kleine Schnuppertour entlang des Sees, um Blüten und Gräser sowie deren Nutzen zu erläutern.

„Wir freuen uns natürlich auch immer über neue Mitglieder“, wirbt Erika Bauer. 120 zähle der Vereine derzeit. „Es müssen nicht unbedingt ehrenamtliche sein, auch passive Mitglieder sind uns willkommen.“ Die Zahl der Kräuterfrauen habe sich leider von anfangs 17 auf einen Stamm von zehn reduziert. „Gerne würden wir diesen Kreis wieder aufstocken“, meint die Naglerin. Und aus Nagel müsse man deshalb nicht kommen.

So eine Ausbildung zur Kräuterführerin, die im nächsten Jahr wieder angeboten werde, dauere ungefähr ein halbes Jahr. „Aber dann sind die Frauen fit für Kräuterwanderungen, die Herstellung von feinen und vor allem nützlichen Dingen aus Kräutern, die hier vor der Haustür wachsen, und für Kochkurse außerdem.“ Und die Familien der Kräuterfrauen profitierten natürlich auch von deren Wissen um die Kraft der Natur.

Raus in die Natur

Wenngleich während Corona so ziemlich alles auf Eis gelegt war, so konnten die Nagler Kräuterführerinnen doch wenigstens hinaus in die Natur. „Mit kleinen Gruppen konnten wir die Wanderungen durchführen“, erzählt Erika Bauer. Und eines ist der Kräuterfrau dabei aufgefallen: „Viele Menschen haben aus der Pandemie etwas Positives gezogen. Sie haben sich wieder mehr auf die Natur fokussiert, sehen das Leben plötzlich aus einem anderen Blickwinkel.“

Wie schön es sich in dem Kräuterdorf inmitten herrlicher Natur leben lässt, davon können sich die Besucher am 3. Juli selbst ein Bild machen.

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