Am Frankenwaldsee Nutzen für Menschen und Insekten

Sandra Hüttner
Ein Geschmackserlebnis entsteht am Frankenwaldsee; darüber freuen sich (von links): Stadträtin Elke Beyer, das Ehepaar Bernd und Karen Nowak, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Lichtenberg, Eva Horn, und Bürgermeister Kristan von Waldenfels. Foto: Hüttner

Wenn die Sträucher gewachsen sind, darf jedermann die Beeren naschen: Die Stadt Lichtenberg kommt beim „Blühpakt Bayern“ zum Zug und erhält 5000 Euro, um den Frankenwaldsee zum Naturparadies zu machen. Die erste Hecke ist bereits gepflanzt.

Der Anfang ist gemacht: Eine gut 35 Meter lange Naschhecke mit 59 Büschen und Stauden wurde gepflanzt; die Pflanzlöcher für acht Obstbäume sind ausgehoben. Karen Nowak listet auf, was gepflanzt wurde: „Johannesbeeren in weiß, rot und schwarz, drei verschiedene Stachelbeeren, Aronia-, Josta- und Maulbeeren, Felsenbirne und Cranberry.“ Alle werden essbare Früchte tragen; zudem wird die Naschhecke mit Walderdbeeren unterpflanzt.

Die Stadt Lichtenberg ist eine von 13 Kommunen in Oberfranken, die als „Starterkit 100 blühende Kommunen“ für den Blühpakt Bayern ausgewählt wurden. Das Projekt des Umweltministeriums möchte die Kommunen animieren, Grünflächen insektenfreundlich zu gestalten. Unterstützung gab Jana Ernst, Blühpakt-Beraterin der Regierung von Oberfranken. Nun entsteht das „Naturparadies Frankenwaldsee“ auf einer Fläche von 4450 Quadratmetern mit einer Fördersumme von 5000 Euro direkt am Spazierweg rund um den See.

„Beim Erstellen des Konzeptes für die Bewerbung und der Pflanzenauswahl haben Karen und Bernd Nowak als Fachleute mitgewirkt“, erklärt Stadträtin Elke Beyer, die das Konzept erarbeitet hat. „Die Auswahl der Fläche basiert auf den Gegebenheiten, denn verschiedene Bodenbereiche ermöglichen verschiedene Gestaltungen“, erläutert Beyer weiter. Durch die Vielfalt könne sich auch vielfältiges neues Leben entwickeln. Die Naschhecke soll als Schutz der Blühwiese dienen und zeigen, was die Natur für Tier und Mensch bereithält. „Auch wollen wir das Interesse der Spaziergänger an der neuen Fläche wecken und Lust machen auf Nachahmung im eigenen Garten“, sagt Beyer. Die Fläche eigne sich später gut als ein Lernort für Kita und Schule.

Der Obst- und Gartenbauverein Lichtenberg spendet 100 Euro für den Kauf von Blumenzwiebeln. „Die Blumen sollen die Wiesenfläche zum Leuchten bringen und nicht nur Besucher erfreuen, sondern durch die frühe Blütezeit auch Bienen, Hummeln und Schmetterlingen anlocken“, erklärt OGV-Vorsitzende Eva Horn. Damit die Menschen nicht einfach durch die Wiese marschieren, soll ein regelmäßig gemähter Streifen die Besucher über die Fläche lenken und so zugleich den Insekten Schutz bieten.

Ein Wildhecke wird noch gepflanzt als Fortsetzung der Naschhecke. „Auch eine Rosenhecke wird gepflanzt, insbesondere für die Bienen als wichtiges Nutztier für das Ökosystem“, erklärt Beyer. Bio-Landwirt Christian Rank aus Obersteben stellt gebietsheimisches Samenmaterial aus Wildpflanzen kostenfrei zur Verfügung; er führt auch das Auffräsen der Wiese und die Aussaat durch. Bürgermeister Kristan von Waldenfels (CSU) dankte allen Akteuren des Projektes. Das Areal des Frankenwaldsees werde weiter aufgewertet. „Zugleich wird aktiver Naturschutz betrieben und ein Beitrag zur Artenerhaltung geleistet“, betont von Waldenfels und dankt dem Ehepaar Nowak für die Idee zur Bewerbung und die vielfältige Unterstützung. Hilfe bei den praktischen Arbeiten gab es von Marko Eckardt, der mit dem Bagger die Pflanzlöcher ausgehoben hat, und den Mitarbeitern des Bauhofs.

 

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