Am Sonntag Neustart mit Morandini

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause startet der Kunstverein Hochfranken Selb wieder durch. Und das mit einem Paukenschlag im Rosenthal-Theater.

Sie organisieren die Morandini-Ausstellung im Rosenthal-Theater: Claus Triebel, Vorsitzender des Kunstvereins Hochfranken Selb (links), zweiter Vorsitzender Volker Seitz und Annette Beaa. Foto: /Florian Miedl

Selb - Marcello Morandini ist in Selb allgegenwärtig. Sei es mit seinem Kunstwerk vor dem Porzellanikon in Selb-Plößberg, das er Philip Rosenthal gewidmet hat, oder mit dem Spiegelhaus für dessen Porzellanfa-brik. Am Sonntag ist der italienische Designer und Architekt zu Gast in Selb. Dann nämlich Hauptperson des Kunstvereins Hochfranken Selb bei einer Ausstellung, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

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Auf die Besucher warten 18 Skulpturen, neun Wandobjekte, 13 großformatige Fotos, ein Film, der in die Ausstellung integriert ist, sowie neun Überraschungen. Was das genau sein wird, soll eine Überraschung bleiben. Nur so viel: Der Designer wird mit diesen nur für diesen Anlass geschaffenen Arbeiten in die Innenarchitektur des Rosenthal-Theaters eingreifen und seine Kunst zu einem im wahrsten Sinn des Wortes begehbaren Erlebnis machen.

Aufbruch nach Pandemie

Für Dr. Claus Triebel, seit 30 Jahren Vorsitzender des Kunstvereins, ist die in kürzester Zeit auf die Beine gestellte Ausstellung auch ein Aufbruch und Neustart nach fast zweijähriger Pandemie-Zwangspause. „Gerade Kunst und Kultur, und damit auch wir als Kunstverein Hochfranken Selb, waren ja ausgebremst.“ Und in dieser Zeit habe sich viel Frust angestaut. Nun will sich der Kunstverein wieder in den Fokus der Öffentlichkeit katapultieren.

Dass Morandini einige der Kunstwerke eigens für Selb, für das Theater und für den Kunstverein geschaffen hat, erfüllt Triebel, seinen Stellvertreter Volker Seitz und seine Mitstreiter ganz offensichtlich mit Stolz.

Die vielen persönlichen Kontakte zu Selb und der Region des in Varese lebenden Künstlers waren es auch, die diese Ausstellung möglich gemacht haben. So ist Annette Beaa, selbst Mitglied des Kunstvereins und für Social Media zuständig, eine enge Freundin des Ausnahmekünstlers. Selb und die Region, so sagt sie, seien für Morandini zu einer zweiten Heimat geworden. Immerhin habe er nicht nur viele Jahre erfolgreich für Rosenthal gearbeitet, sondern habe noch viele weitere Verbindungen aufgebaut.

Schlag auf Schlag

Die Idee, den weltbekannten Designer für eine Ausstellung zu gewinnen, kam den Verantwortlichen bei einer Vorstandssitzung. Und dann ging alles Schlag auf Schlag: Drei Tage später, am 24. Januar, war Morandini zu Besuch in Selb und begutachtete zusammen mit Volker Seitz mehrere Stunden lang die Möglichkeiten, die sich im Theater bieten.

Am vergangenen Sonntag kamen dann die Kunstwerke – mit tatkräftiger Unterstützung der Vereinsmitglieder – in Selb an. Und nun wird gebaut, gestellt, vorbereitet.

Die Schau wird sich durch das ganze Haus ziehen – vom Foyer bis zur obersten Ebene. Und während seine Kunst schon hier ist, wird der 82 Jahre alte Designer dann am Sonntag in Selb erwartet.

Die Einladungen, die natürlich eine Grafik von Morandini schmücken, sind versandt, ein großer Katalog, der zur Finissage vorgestellt wird, in Vorbereitung. Auch wird Morandini am Sonntag in Selb 100 eigens gedruckte Plakate signieren. Triebel, Seitz und Hanebutte fiebern der Eröffnung entgegen. Und ihre Nachricht ist so einfach wie bedeutsam: „Die Kunst ist wieder da.“