Amazon-Pläne in Schwarzenbach Grüne kritisieren Ortsumgehung

red

Das Argument, in müsse wegen Amazon die Ortsumgehung gebaut werden, finden die Schwarzenbacher Grünen fehlgeleitet. Auch sie könne den Verkehr nicht entfernen.

Amazon will sich in Schwarzenbach an der Saale ansiedeln. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild/dpa

Oberkotzau - Die beiden Schwarzenbacher Grünen-Stadträte Nanne Wienands und Andreas Link äußern sich in einer Stellungnahme kritisch zu den Argumenten im Nachbarort Oberkotzau, wonach dort nun die Umgehungsstraße gebaut werden müsse, weil sich Amazon mit einem Verteilzentrum in Schwarzenbach ansiedeln möchte.

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Mit der Bestätigung der Frage nach den Amazon-Plänen sei der Oberkotzauer Bürgermeister Breuer vorgeprescht, ehe die Schwarzenbacher Stadträte aus erster Hand informiert worden seien. „Ein Unding, um es nicht zu hart zu formulieren“, schreiben die Grünen. „Man wird sehen, ob es tatsächlich so kommt, dass Amazon in Schwarzenbach an der Saale baut. Ob man gleich davon ableiten kann, dass man deswegen die neue Umfahrung Oberkotzau unbedingt braucht, ist verwegen.“

Die 30 Jahre alte Planung für die Umfahrung müsse auf den Prüfstand, denn die ökologischen und verkehrspolitischen Parameter hätten sich inzwischen sehr geändert. Nicht umsonst habe sich in Oberkotzau eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen den Bau der Straße ausspricht. Am 14. März kommt es in Oberkotzau zu einem Bürgerentscheid. Die Schwarzenbacher Grünen kommentieren: „Wir hoffen, dass die Vernunft überwiegt. Dass auch Schwarzenbach an der Saale von diesem Monsterstraßenbau betroffen ist, ist vielen Schwarzenbachern noch gar nicht bewusst.“

Wenn das Amazon-Verteilzentrum in Schwarzenbach kommen sollte, würden die online bestellten Waren zum Beispiel nach Fattigau und Oberkotzau geliefert werden und in viele andere kleine Orte. „Die Fahrzeuge suchen die Adressen der Besteller, und nicht den Weg um die Orte herum“, heißt es. „Ein Großteil des Verkehrs auf der Straße durch Fattigau und Oberkotzau ist ‚hausgemacht’, es ist Ziel- und Quellverkehr. Und den wird auch die teuerste Umfahrungsstraße nicht entfernen.“

Zudem gelte: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten! Wer es den Autos leicht macht, fördert den Autoverkehr! Wenn es anders wäre, hätten wir durch mehr Straßen weniger Verkehr – das Gegenteil ist der Fall.“

Darüber hinaus werde durch die Mitarbeiter, die die neuen Arbeitsplätze besetzen, werde der Einzelhandel nicht gerettet. „Sie werden einen Teil ihrer Einkäufe im Laden tätigen und einen Teil im Versandhandel bestellen. Wir haben es alle in der Hand, den örtlichen Handel zu unterstützen oder den großen Onlinehändler.“ red