Ehemalige Kollegen des Angeklagten sagen aus
Das Gericht hörte am Donnerstag den ehemaligen ärztlichen Direktor des Maßregelvollzugs für psychisch kranke Straftäter sowie einen Psychologen, der ebenfalls dort arbeitete. Der Psychologe hatte in der Klinik einen Vorfall aus dem August 2024 mit dem späteren Todesfahrer gemeldet, aus dem aber keine Konsequenzen erwuchsen. Aufgebracht und "wie ein Stier" sei al-Abdulmohsen in einen Raum gekommen. Auf die Frage, ob es ihm nach einer Krankschreibung wieder gut gehe, habe er einen Tunnelblick bekommen und geantwortet, er befinde sich in einem Krieg. Das sei nicht metaphorisch gemeint gewesen, sondern es gehe um Sterben oder Umbringen. "Das war nicht irgendwie dahergesagt", so der Zeuge. Deshalb habe er es gemeldet.
Der damalige ärztliche Direktor sagte, er habe eine E-Mail, in der der Vorgang erwähnt wurde, nicht bis zu Ende gelesen. Ihm sei das erst nach dem Anschlag bekannt geworden. Er berichtete, dass al-Abdulmohsen ab dem Jahr 2023 oft krankheitsbedingt fehlte, er habe in der Klinik die Kündigung angeregt. Man habe aber bis Ende 2024 abwarten wollen. Al-Abdulmohsen habe sich ihm gegenüber zu seiner aktivistischen Tätigkeit geäußert, berichtete von seinen Problemen mit Behörden, über die er sich so aufrege, dass die Krankschreibungen nötig seien.