Apotheker mahnt Medikamente brauchen einen kühlen Platz

Steigen im Sommer die Temperaturen, ist das nicht nur schlecht für den Kreislauf sondern auch für Arzneien. Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann erklärt, worauf Patienten unbedingt achten sollten.

Medikamente sollte man in Sommer richtig lagern und umsichtig transportieren. Foto: dpa

Arzneimittel, die zu großer Hitze ausgesetzt sind, können ihre Wirksamkeit einbüßen. Apotheker Dr. Hans-Peter Hubmann, Pressesprecher der Apotheker im Landkreis Kulmbach, empfiehlt deshalb, Medikamente auch im Sommer an einem kühlen, dunklen Ort aufzubewahren: „Die optimale Lagertemperatur für die meisten Medikamente liegt bei 15 bis 25 Grad.“

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Daneben gibt es spezielle Arzneimittel wie beispielsweise Insuline für Diabetiker, Impfstoffe oder in der Apotheke hergestellte Antibiotikasäfte für Kinder, die sogar im Kühlschrank gelagert werden müssen. Hubmann rät deshalb: „Am besten fragen Sie immer in der Apotheke nach, wie die einzelnen Medikamente aufbewahrt werden sollten.“

Isoliertaschen für die lange Autofahrt

Die Apotheken im Landkreis Kulmbach beraten nicht nur zur Lagerung, sondern auch zum Transport aller Medikamente: Keinesfalls sollte man Medikamente im Auto liegen lassen, da sich der Innenraum bei hohen Außentemperaturen schnell stark aufheizt. Bei kurzen Autofahrten können Medikamente im Sommer während der Fahrt unter dem Vordersitz verstaut werden, denn hier bleibt es relativ kühl.

Tipps zur Anwendung

Für die Fahrt in den Sommerurlaub empfiehlt Apotheker Hubmann, alle nötigen Arzneimittel in eine Isoliertasche zu packen: „Gerade für empfindliche Arzneimittel ist eine Beratung durch die Apotheken besonders wichtig. Dies gilt vor allem, wenn es sich um kühlkettenpflichtige Medikamente handelt, die vom Hersteller über die Apotheke bis zum Patienten ohne Unterbrechung im vorgeschriebenen Temperaturbereich gehalten werden müssen.“

Hohe Temperaturen können die Wirkung von Medikamenten im Körper verändern – das muss bei der Anwendung berücksichtigt werden. Zu nennen sind hier laut Hubmann zum Beispiel blutdrucksenkende Arzneimittel, Entwässerungsmittel, Schlafmittel, Abführmittel oder Medikamente gegen Depressionen. Sie können den Flüssigkeitshaushalt und die Abkühlungsmechanismen des Körpers beeinflussen. Apotheker Hubmann: „Bei Hitze ist also möglicherweise eine Dosisanpassung erforderlich. Aber bitte ändern Sie Ihre Dosierung nicht selbst, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber!“ Auch Patienten, die arzneimittelhaltige Pflaster verwenden, sollten vorsichtig sein: „Bei Hitze steigt die Durchblutung der Haut. Deshalb kann aus einem arzneimittelhaltigen Pflaster mehr Wirkstoff ins Blut abgegeben werden. Das kann gefährlich werden!“, erklärt Hubmann und rät: „Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten.“

Sonnenschutz nicht vergessen

Einige Arzneimittel können auch die Haut lichtempfindlicher machen. Dadurch kommt es schneller zu Sonnenbrand, der wiederum die Entstehung von Hautkrebs begünstigt. Deshalb ist ein konsequenter Sonnenschutz im Sommer für betroffene Personen besonders wichtig, lautet der abschließende Rat des Kulmbacher Apothekers. red