Archedorf Kleinwendern Gemeinschaft putzt Dorf heraus

Im Ort werden fünf Geländer erneuert und mit Blumen geschmückt. Auch sonst sind die Bewohner sehr um Verschönerungen bemüht.

Sascha Hahn, Maja und Christoph Purucker, Mike und Ida Franke sowie Alexander Brodmerkel und Antje Tänzer sind mit den neuen Geländern mehr als zufrieden. Foto: Christian Schilling

Die Gemeinde Bad Alexandersbad ist bekanntlich finanziell nicht auf Rosen gebettet. Im Gemeindeteil Kleinwendern hat sich die Dorfgemeinschaft daher Lebensbereichen angenommen, in denen Handlungsbedarf besteht. Zuletzt erneuerten die freiwilligen Helfer fünf Geländer, die sie selbst schreinerten.

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„Morsch und faulig sind die Geländer über die Zeit geworden“, erklärt Mike Franke, einer der Motoren der Dorfgemeinschaft. Deshalb habe man sich im Dorf zusammengetan, um die Missstände zu beseitigen. Erstmals aufgestellt worden seien die Geländer, die als Puffer zwischen Straße und Graben an verschiedenen Stellen im Ort als Blickfänge auch für Sicherheit sorgen, vor gut 20 Jahren im Zuge der Dorferneuerung. Seit dem habe der Zahn der Zeit an den Holzkonstruktionen genagt. Die Dorfbewohner erkannten nun, dass die Zeit zum Handeln gekommen war und bauten die alten Geländer ab, um sie durch neue zu ersetzen.

Kostenloses Holz

Das Holz dazu stellte Alexander Brodmerkel, auch der Initiator der Aktion, kostenlos zur Verfügung. In dessen Sägewerk trafen sich einige der Dorfbewohner, um das Holz an sechs Abenden zuzuschneiden, zu verschrauben und zu lasieren. „Normalerweise zählt der harte Kern der ehrenamtlich engagierten Helfer mehr als ein Dutzend Personen“, weiß Franke, der oft von Tochter Ida unterstützt wird. In diesem Fall seien neben ihm, seiner Tochter Ida und Brodmerkel auch Christoph Purucker, Sascha Hahn und Antje Tänzer, die Lebensgefährtin von Brodmerkel, federführend am Bau beteiligt gewesen.

Nach dem Montieren der Holzkonstruktionen auf die bereits vorhandenen Arretierungen bestückten die Helfer die Geländer noch mit eigens bepflanzten Blumenkästen, die mit Holzblenden versehen sind. „Günstiger kann die Gemeinde an so schön gearbeitete Geländer nicht kommen“, schmunzelt Mike Franke, im Wissen, den Gemeindesäckel nicht belastet zu haben. Dies war nicht die einzige Aktion in diesem Jahr, die von der Dorfgemeinschaft ausging. Bereits im Frühjahr riefen sie die Einwohner erfolgreich zu einem „Rama dama“ auf, dessen Erfolg vor Kurzem mit einem „Archedorf-Fest“ gefeiert wurde.

Rührige Bewohner

Zudem pflegen die Bewohner etliche Grünflächen, etwa am Museum oder am Kreisel mitten im Ort. Dort stehen auch Tische und eine Bank zum Rasten. Der Ruheplatz wurde ebenfalls auf Initiative der Dorfgemeinschaftsmitglieder, von denen auch viele in das Projekt Archedorf involviert sind, angelegt, ebenso wie das kleine Backhaus am Museum. Finanzielle Unterstützung bekamen die rührigen Bewohner von Kleinwendern dabei in den vergangenen Jahren aus dem Regionalbudget im Zuge der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE).

Trotz aller Umtriebigkeit, Eigeninitiative und ehrenamtlichen Aufwand hoffen die Kleinwenderner auf mehr Unterstützung. „Wir als Dorfgemeinschaft sind immer offen für Spenden“, betont Christoph Purucker. Da sich die Gemeinde Bad Alexandersbad seit Jahren in der Konsolidierung befinde, müssten alle Investitionen per Einzelgenehmigungen von den Aufsichtsbehörden abgesegnet werden. Und Spenden hälfen nicht nur bei der Weiterentwicklung des Archedorfs. Denn Kleinwendern hat noch eine Art Alleinstellungsmerkmal in der Region. Von den 80 Einwohnern im Dorf sind mehr als ein Viertel Kinder und Jugendliche. Und trotz aller Natur um sie herum, die zum Entdecken und Toben einlädt, wünschen sich die mehr als 20 jüngsten Einwohner nichts sehnlicher als einen Spielplatz mit spannenden Spielgeräten.