Arzberg Gegen Hass und Ausgrenzung

Christl Schemm

Der Runde Tisch für Demokratie und Toleranz in Arzberg zeigt in der katholischen Kirche die Schau "Religionsfreiheit unter Druck". Dabei geht es nicht nur um Christen.

In vielen Teilen der Welt werden Christen verfolgt. Darauf weist die Ausstellung "Religionsfreiheit unter Druck - Christen in Gefahr" hin, die derzeit in der katholischen Kirche in Arzberg zu sehen ist. Foto: Andy Spyra/"missio" Quelle: Unbekannt

Arzberg - Die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, auf das sich jeder Einzelne berufen kann. Ein grundlegender Text dazu ist die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von 1948. Auch der "Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte" von 1966 und in Deutschland der Artikel 4 des Grundgesetzes von 1949 sind Manifeste, die den Menschen das Recht verbriefen, das zu glauben, was sie für richtig halten. Allerdings wird auch heute noch immer in mehr als 140 Ländern das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, wie das päpstliche Missionswerk "missio" feststellt. Eine Ausstellung von "missio", die seit Anfang der Woche in der katholischen Kirche in Arzberg zu sehen ist, macht auf diese Missstände aufmerksam. Nach Arzberg geholt hat die informativen Bilder und Texte der Runde Tisch für Demokratie und Toleranz.

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Wichtiges Gut

Dass Religionsfreiheit ein wichtiges Gut ist, zeigen zum Beispiel die Resolution der Vereinten Nationen und das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Im Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: "Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen."

Artikel 4 des Grundgesetzes besagt: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."


"Mit der Ausstellung "Religionsfreiheit unter Druck - Christen in Gefahr" will ,missio’ Christinnen und Christen, die in aller Welt diskriminiert, bedrängt oder gar verfolgt werden, eine Stimme geben", zitiert Ulrich Frey vom Runden Tisch aus dem Flyer zur Ankündigung. Die Bilderschau erinnere an Schicksale, die zu schnell vergessen würden. Gleichzeitig weise die Ausstellung auf das Los von Angehörigen aller Religionen hin, die unter Verletzungen des Menschenrechts auf Religionsfreiheit leiden. Denn nicht gegeneinander, sondern nur miteinander könne bedrängten Christinnen und Christen geholfen werden.

Die Ausstellung kläre auch über die vielfältigen Ursachen auf, warum heute das Menschenrecht auf Religionsfreiheit in so vielen Ländern verletzt wird. "Sie hilft mit, dass auch bei uns Religion nicht dafür missbraucht werden kann, um Intoleranz, Ausgrenzung und Hass zu säen", beschreibt "missio" den Hintergrund der Präsentation.

Religiöse Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen auf der ganzen Welt leiden laut "missio" unter Verletzungen der Religionsfreiheit. Die Täter seien andere gesellschaftliche Gruppen oder staatliche Akteure. Die Motive seien zumeist Fanatismus, Nationalismus und die Angst autoritärer Staaten vor Religion als Konkurrenz. Zumeist werde dabei die Religion für ideologische und politische Zwecke missbraucht. Die fünf Länder, in denen der Staat die Religionsfreiheit am meisten missachtet, sind "missio" zufolge China, Iran, Indonesien, Malaysia und Malediven. In der Rangliste der Staaten, in denen es gesellschaftliche Gruppen sind, die Menschen anderer Religionen bedrohen, lägen Indien, Syrien, Irak, Nigeria und Ägypten vorne. Weltweit seien es die Christen, die am stärksten in Bedrängnis seien, gefolgt von Muslimen und Juden.

Die "missio"-Ausstellung zeigt die vielfältigen Ursachen, Symptome und Folgen dieser Menschenrechtsverletzungen. Sie ist noch bis zum 27. September in der katholischen Kirche Maria Immaculata zu besichtigen. Das Gotteshaus ist jeden Tag für Ausstellungsbesucher geöffnet.