Arzberg Heimische Künstler fördern Kreativität

Damit Kinder in der Schule künftig noch kreativer sein können, haben sich die Maximilian-von-Bauernfeind-Grundschule Arzberg und die Junge Kunstschule Fichtelgebirge zusammengetan zum Pilotprojekt "Kunstgrundschule". Unser Bild zeigt beim Startschuss im Pausenhof (von links): Elternbeiratsvorsitzenden Roland Kastner, stellvertretende Schulleiterin Birgit Dick, Schulleiterin Barbara Zißler-Medick, den Vorsitzenden der Jungen Kunstschule Fichtelgebirge, Stefan Frank, Bürgermeister Stefan Göcking, Künstlerin Annette Hähnlein und Schulamtsdirektor Günter Tauber mit einigen Kindern. Foto: Christl Schemm

Die Maximilian-von- Bauernfeind-Grundschule Arzberg und die Junge Kunstschule Fichtelgebirge kooperieren bei der "Kunstgrundschule". Dafür gibt es Geld vom Staat.

Arzberg - Zeichnen, Malen, Töpfern, Basteln, Schneidern: All das können die Kinder bisher schon an Grundschulen lernen. Unterrichtet werden sie dabei von Kunsterziehern oder ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern. Die Maximilian-von-Bauernfeind-Grundschule in Arzberg geht nun einen Schritt weiter: Im Rahmen des Pilotprojekts "Kunstgrundschule" können die Jungen und Mädchen viel tiefer eintauchen in schöpferisches Gestalten. Sie werden sich zusammen mit anerkannten Künstlerinnen und Künstlern auf einen kreativen Weg begeben, an dessen Ende nicht zwangsläufig perfekte künstlerische Werke stehen müssen - aber können. Am Donnerstag fiel im Pausenhof der Startschuss für das Pilotprojekt, zu dem sich die Grundschule mit der Junge Kunstschule (Juku) Fichtelgebirge zusammengetan hat.

Möglich geworden ist dies, weil das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus über einen Zeitraum von vier Schuljahren sechs "feste Kooperationen" von Kunstschulen mit Grundschulen fördert. Bei der Ausschreibung für Oberfranken ist Arzberg berücksichtigt worden und steht damit künftig in einer Reihe mit Städten wie Fürth, Amberg, Kaufbeuren, Rosenheim und Erlenbach.

Er freue sich, dass die Zusammenarbeit von Grundschule und Junge Kunstschule zustande gekommen und das Pilotprojekt in den Landkreis Wunsiedel geholt worden ist, sagte der Vorsitzende der Jungen Kunstschule Fichtelgebirge, Stefan Frank, bei der Vorstellung des Konzepts. Vier Jahre lang gebe es nun Geld vom Staat, damit Künstler in der Schule mit den Kindern Projekte umsetzen können. Dabei sei die Vernetzung der Schüler mit den Künstlern sowie der Kommune besonders wichtig. "Wir wollen der Kommune dauerhaft etwas hinterlassen", betonte Frank. Mit Annette Hähnlein sei eine Künstlerin dabei, auf deren Erfahrung man aufbauen könne.

Ziel sei es, dass das Projekt nicht nur einigen wenigen, sondern allen Kindern zugutekomme. "Wohin der Weg uns führen wird, können wir noch nicht sagen", meinte der Vorsitzende. Dies werde sich im Laufe der Zeit herausstellen.

Künstlerin Annette Hähnlein erläuterte, dass Künstler an die Vermittlung von schöpferischen Prozessen anders herangingen als Lehrer. "Das ist ein anderer kreativer Ansatz", betonte sie. So seien zum Beispiel Fehler erlaubt. Es gebe kein Richtig oder Falsch. "Wir arbeiten nicht ergebnisorientiert, sondern wertfrei. Das Kind darf sich entwickeln." Denkbar sei ein Kunstprojekt zum Beispiel am neuen Otto-Schemm-Platz.

Dieser Idee zeigte sich Bürgermeister Stefan Göcking nicht abgeneigt. "Das Thema Kunst ist ganz wichtig", sagte er. "Sonst heißt es ja im Landkreis oftmals: kein Geld, keine Zeit." Nach Göckings Ansicht wäre es ein Erfolg, wenn das Projekt es schaffen würde, die Kinder für das Thema zu sensibilisieren. "Ich bin richtig stolz, dass die Wahl auf Arzberg gefallen ist", betonte der Rathaus-Chef. Die Stadt werde das Pilotprojekt mit Material, "Manpower" und finanziellen Mitteln unterstützen. "Wir haben ja die Möglichkeit, die Gewährsträgerspende der Sparkasse in die richtige Richtung zu leiten."

Auch der Förderverein werde Geld für die "Kunstgrundschule" locker machen, versprach der Vorsitzende des Elternbeirats, Roland Kastner. Er werde bei den Eltern für das Projekt werben.

"Wir freuen uns, uns auf den Weg der Kreativität zu begeben", sagte Schulleiterin Barbara Zißler-Medick. Nun könnten die Kinder neben dem ganz normalen Unterricht und den üblichen Projekten noch kreativer werden. Damit könne die Schule ihren Blick weiten. "Jedes Kind soll aus diesem Projekt etwas mitnehmen."

"In Stefan Frank und Annette Hähnlein hat man verlässliche Partner gefunden", bekräftigte Schulamtsdirektor Günter Tauber. Das Projekt biete einen Mehrwert für die Schulfamilie, aber auch für jedes einzelne Kind. Kunst dürfe ihren Platz nicht nur im Museum haben, sondern auch in der Schule. Und die Kunst erschließe ein Stück Welt, das auf den ersten Blick als nicht so wichtig erscheine. Aber gerade dies sei aktuell in einer Welt, die nach Orientierung suche.

 

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