Arzberg Manche Spuren entstehen spontan

Ignas Gleixner aus Litauen mit einem Portrait eines Künstlerkollegen. Er genießt die interessante Zusammenarbeit und hat dabei sichtlich seinen Spaß. Foto: Luzia Fischer

In Schirnding bereiten sich Teilnehmer eines Künstlersymposiums auf die Vernissage vor. Diese findet heute Abend statt.

Schirnding - "Spuren hinterlassen", so lautet das Motto des Symposiums im Künstlerhaus, woran sich dieses Mal vor allem junge Künstler und Künstlerinnen aus Tschechien, Litauen und Deutschland beteiligen.

Jeder Einzelne betrachtet das Thema aus einer anderen Perspektive, setzt es auf seine Weise um. Stefanie Pojar beschäftigt sich mit Spuren, die nicht für die Ewigkeit gedacht sind. Sie gestaltet unter anderem eine große Außenwand, bei der es um Seifenblasen geht. Aber sie zerplatzen nicht einfach, sie werden aufgefangen und hinterlassen, wenn auch kurzzeitig, Eindrücke.

Spuren sind momentan im ganzen Künstlerhaus zu sehen - noch unfertig und auf ihre Vollendung wartend. Tobias Ott, der das Künstlersymposium organisiert hat und leitet, hat seine großflächigen Werke im Keller ausgebreitet. Bei ihm kommen alte Musterwalzen zum Einsatz. Ott lässt dabei verblasste Erinnerungen hochkommen und spielt mit dem kollektiven Gedächtnis.

Sandra Bambach hingegen erstellt Collagen aus Fotografien und Texten, die sie auf einer alten Schreibmaschine tippt. "Ich finde diese Art des Schreibens persönlicher", sagt sie. Außerdem gehe es in ihren Texten um Begegnungen, um ihre Eindrücke, die sie in Schirnding gewonnen hat.

"Begegnung und Austausch sind Sinn eines Künstlersymposiums; wenn dabei Experimentierfreude und ein großes Gemeinschaftsgefühl entstehen, kann es besser nicht sein", sagt IgnazsGleixner.

Er malt seine Künstlerkollegen, zuerst mit Acryl, danach folgt Öl, denn Ignas Gleixner möchte noch mehr Tiefe in seine Bilder bringen. Seine Partnerin Julia Gleixner hingegen malt mit dem Besen, trägt Schicht für Schicht Erdfarben auf eine Lkw-Plane auf. Die Farben stammen aus einer Lehmgrube aus der Gegend,.

Tereza Olisarová und Barbora Karpiskrá sind auf dem Balkon mit ihren Laptops beschäftigt. Tereza Olisarová aus Tschechien verbindet Malerei mit Fotografie, während sich ihre Künstlerkollegin mit der konkreten Form der Fotografie auseinandersetzt. Im Künstlergarten ist Holzbildhauer Stefan Schindler am Werk und arbeitet an einer beeindruckenden Figur. Das Material sei nicht einfach zu bearbeiten, sagt Schindler, denn es ist hartes Eschenholz. "Der Baum stand einmal am Pilgerweg ,Via Porta bei Waldsassen", erzählt er. "Als wir den Stamm gespalten haben, entdeckten wir im Innern diesen dunklen Kern." Tatsächlich sieht dieser längliche Kern wie ein Wanderstab aus.

Jan-Dirk Müller- Esdohr hat den gespaltenen Stamm mit kurzen Botschaften versehen, mit Worten der Spurensuche. Eigentlich ist seine Kunstform die Fotografie, aber auf einem Symposium passiert eben auch Unvorgesehenes, wird aufgegriffen und entwickelt sich zu etwas Neuem.

Am diesjährigen Symposium beteiligen sich des Weiteren Michael Illek, Zbynek Illek und Hana Illek Olisarová aus Tschechien, und zwar mit Malerei, Zeichnungen, Fotografie und Videokunst. Die Vernissage findet am heutigen Freitag um 18 Uhr, im Künstlerhaus statt. Anschließend wird gefeiert. Es spielt die Band "Take Six". Außerdem werden die Helfer des Fördervereins spanische Spezialitäten offerieren. Die Künstler stehen an diesem Abend für Fragen zur Verfügung. Auch am Samstag, 11. August, werden die Symposiumsteilnehmer von 14 bis 17 Uhr anwesend sein. Letzter Ausstellungstag ist der 26. August.

 

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