Arzberg Riesige Welle der Hilfsbereitschaft

Sie haben während des Corona-Shutdowns ihre Freizeit geopfert und für andere eingekauft: Der AWO-Kreisverband sagte denHelfern jetzt Dank mit einem Sektempfang und einem kleinen Geldgeschenk des Familienministeriums. Mit im Bild sind (vorne von rechts) AWO-Kreisvorsitzender Alexander Wagner und der Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking. Foto: Tazeze Fetene

Die AWO bedankt sich bei Frauen, Männern und Kindern, die sich während des Corona-Shutdowns am Einkaufsdienst beteiligt haben. Vom Bund gibt’s ein kleines "Zuckerl".

Arzberg - Besonders ältere und kranke Menschen sind durch das SARS-CoV-2-Virus gefährdet. Deshalb sollten sie auch besonders gut auf sich achten. Während des Corona-Shutdowns im Frühjahr ging es vor allem darum, Kontakte möglichst zu vermeiden, um eine ungebremste Ausbreitung der Covid-19-Erkrankung zu verhindern. Das ist gelungen. Dazu beigetragen haben im Landkreis Wunsiedel viele Menschen. Neben jenen, die seit Beginn der Pandemie beruflich außergewöhnlich stark gefordert waren und zum Teil noch sind, gibt es auch zahlreiche Freiwillige, die ihre Freizeit opferten, um anderen Menschen zu helfen. Alleine beim AWO-Kreisverband Wunsiedel waren es rund 60 Frauen, Männer und Kinder - unter ihnen auch etliche Flüchtlinge -, die in dieser herausfordernden Zeit für ältere und vorerkrankte Menschen einkauften und sie so mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgten.

Am Freitagabend bedankte sich nun Kreisvorsitzender Alexander Wagner im Hof des AWO-Hauses in Arzberg bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit einem Sektempfang und einer Ehrenamtspauschale des Bundesfamilienministeriums von je 40 Euro als kleines "Zuckerl". Finanziert wird dieser Bonus aus dem Projekt "Menschen stärken Menschen".

Es sei am 13. März gewesen, als ihm klar geworden sei, dass die AWO in dieser Krise den Menschen beistehen müsse, besonders den Älteren, sagte Wagner bei dem Empfang. Ohne zu wissen, wie die Aktion genau umgesetzt werden sollte, habe der AWO-Kreisverband das Angebot eines Einkaufsdienstes im Internet publik gemacht. "Wir haben uns gedacht, wir werden schon Ehrenamtliche finden", blickte der Vorsitzende zurück. "Und plötzlich war tatsächlich eine Riesenwelle der Hilfsbereitschaft da." Zuerst sei der Helferkreis auf Arzberg beschränkt gewesen, dann seien auch andere Orte dazugekommen. Mittels Flyern und Mundpropaganda habe sich die Aktion rasch herumgesprochen - und viele Freiwillige hätten sich beteiligt. "Es waren weit mehr als die rund 60 Leute, die bei uns mitgemacht haben", betonte Alexander Wagner. Denn in vielen Orten hätten zum Beispiel Vereine die Hilfe eigenständig organisiert. "Das hat alles super geklappt."

Besonders hob der Kreisvorsitzende hervor, dass die Helferinnen und Helfer das Geld für die Einkäufe aus eigener Tasche vorgeschossen hätten. "Und es ist in keinem einzigen Fall passiert, dass es Probleme mit dem Bezahlen gegeben hätte", freute er sich.

Auch auf die Produktion von Mund- und Nasenschutzmasken, die zu Beginn der Pandemie dringend nötig gewesen sei, wies Wagner hin. Ehrenamtliche Frauen und professionelle Schneiderinnen hätten im Akkord die Masken genäht, sodass die AWO zum Beispiel Pflegedienste, Seniorenheime und Schulen versorgen habe können.

 
 

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