Arzberg Trauer um Günter Ide

Christl Schemm
An einem Modell erläuterte der frühere Kraftwerksleiter Günter Ide im Jahr 2015 bei einem Gespräch mit der Frankenpost, wie das Arzberger Kraftwerk einmal ausgesehen hat. Foto: Archiv

Der frühere Chef des Arzberger Kraftwerks ist am Montag gestorben. Sein ehrenamtliches Engagement galt dem Aufbau der Informationsstelle am alten Bergwerk.

Arzberg - Sein Name ist fest mit dem Arzberger Kraftwerk verbunden. Jetzt trauern viele Menschen in Arzberg um ihn: Günter Ide, der ehemalige Chef des früheren Kraftwerks, das fast 90 Jahre lang mit seinen mächtigen Kühltürmen, hohen Schloten und großen Braunkohleblöcken das Stadtbild prägte, ist am Montag im Alter von 86 Jahren gestorben.

Seit 1975 in Arzberg

Ide war am 1. April 1975 aus Dortmund als Betriebsleiter in das damalige BELG-Kraftwerk gekommen. Während seiner Zeit als Kraftwerks-Chef gab es etliche wichtige Weichenstellungen. 1979 zum Beispiel ging der Block 7 ans Netz. Im Jahr 1983 stand die Fusion der BELG mit den Überlandwerken Oberfranken zur EVO an. Erste Versuche für das sogenannte Trocken-Additivverfahren zur Verminderung der Schwefeldioxid-Emissionen fanden im Jahr 1985 statt. Die Rauchgasreinigung ging im Jahr 1987 in Betrieb. Am 28. Februar 1998 schied Günter Ide als Kraftwerksleiter aus. Er musste damit das Sterben auf Raten seines ehemaligen Arbeitsplatzes nicht mehr als Chef miterleben. Ende 2003 ging das Werk vom Netz. Die Abbrucharbeiten begannen am 1. September 2006 mit dem Sprengen der beiden Kühltürme.

Kulturpreis des FGV

Großes ehrenamtliches Engagement zeigte Ide beim Aufbau der Informationsstelle für Bergbau und Geologie an der ehemaligen Zeche „Kleiner Johannes“ in der Nähe des Arzberger Schwimmbads. Als Vorsitzender des Arbeitskreises „Altes Bergwerk“ im Fichtelgebirgsverein wirkte er maßgeblich an der Gemeinschaftsleistung von Stadt, FGV und Naturpark Fichtelgebirge mit. Für diese Arbeit zeichnete der FGV Günter Ide unter anderem mit dem Kulturpreis aus. Die Stadt Arzberg würdigte die Leistung Ides mit der Ehren- und Dankmedaille.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am heutigen Donnerstag um 14 Uhr in der Auferstehungskirche auf dem Arzberger Friedhof statt.

 

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