Arzberger Schützenkönig So lange hat noch keiner regiert

Christl Schemm
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Nach drei Jahren geht die Amtszeit von Bürgermeister Stefan Göcking als Arzberger Schützenkönig zu Ende. Die Schützen würdigen ihn mit einem Ehrenabend.

Die Regentschaft von Stefan Göcking kann man getrost als außergewöhnlich bezeichnen. Denn normalerweise wird der „König“ der Königlich privilegierten Schützengesellschaft Arzberg für ein Jahr ausgerufen. Beim Arzberger Bürgermeister waren es drei Jahre. Allerdings nicht, weil er dreimal hintereinander am besten ins Schwarze getroffen hätte, sondern weil die Corona-Pandemie den Wettbewerb zum Königsschießen in den vergangenen Jahren unmöglich gemacht hatte. 2019 hatte sich Göcking den Titel des Schützenkönigs geholt und damit eine weitere Besonderheit geschafft: In den Jahren zuvor hatte er als Endschützen- und Bürgerschützenkönig bereits zweimal seine Treffsicherheit bewiesen.

Drei Jahre lang Schützenkönig

„Wir haben mit Stefan schon allerhand erlebt“, sagte denn auch Erster Schützenmeister Thomas Jena beim Ehrenabend, den die Königlich Privilegierten für Göcking am Samstag im frisch renovierten Schützenhaus ausrichteten. Seit 1606 sei er die einzige Person, die drei Jahre lang Schützenkönig gewesen sei, betonte Jena und stellte einen Bezug zwischen dem Beruf Göckings und seiner Regentschaft her: Der Job des Bürgermeisters sei schwer, aber die Amtskette sei leicht. Beim Amt des Schützenkönigs sei es genau umgekehrt.

3,18 Kilogramm Königskette

Er sei zwei Jahre, zehn Monate, vier Wochen und einen Tag Schützenkönig gewesen, rechnete Göcking vor. Also habe er genau 1064 Tage lang die Königskette aufbewahrt. Diese bestehe aus 106 Ehrenzeichen und wiege 3,18 Kilogramm. „Das belastet das Rückgrat schwer. Da braucht man Standfestigkeit“, meinte der scheidende „König“ im Scherz. Sein „sportliches Triple“ als Schütze habe er durch Glück erreicht, gestand er ein und stellte seine – ebenfalls außergewöhnliche – Königsscheibe aus Acryl vor, die Petra und Willi Geigner angefertigt hätten. Als Motive hatte sich Göcking die Weltkugel auf dem Kreisverkehr, das Rathaus, das Stadtwappen und die stilisierte Darstellung eines Corona-Virus ausgesucht und damit einen zeitgeschichtlichen Bezug hergestellt.

Schützengesellschaft geht zurück zur Normalität

Schützenkommissar Peter Seißer wies auf den Rückgang des Engagements in Vereinen durch die Pandemie hin und meinte: „Das wird noch lange dauern, bis alles wieder einigermaßen normal wird.“ Darüber, dass mit dem Ehrenabend wieder Normalität in die Schützengesellschaft eingekehrt sei, freute sich in einem flammenden Plädoyer für das Vereinsleben die Vizelandesschützenkönigin Claudia Hederer. Besonders freut sie sich darauf, dass die Arzberger Schützen auch in diesem Jahr bei der großen Parade zum Oktoberfest in München dabei sein dürfen.

 

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