ASV Hof Ringer brechen Saison ab

Die Ringer-Matte bleibt in diesem Jahr leer. Foto: imago images/Kadir Caliskan/Kadir Caliskan via www.imago-images.de

Kein Kampftag mehr in diesem Jahr für den ASV Hof: Der Bayerische Ringer-Verband entscheidet das Unausweichliche und bricht die Saison ab. Wie wird nun aber über Auf- und Abstieg entschieden?

Hof - Wer am Wochenende in die Ergebnisse der Ringer-Bayernliga geschaut hat, der war überrascht: 0:40 all überall. Jeder der vier Kämpfe endete mit einer Wertung. Gleiches galt für die Gruppenliga Nord. Damit fand in den Spielklassen, in denen der ASV Hof startet, kein einziger Kampf statt. Angesichts dieser ernüchternden Bilanz war schon absehbar, was der Bayerische Ringer-Verband (BRV) am Sonntagabend in einer Sondersitzung offiziell entschied: Die Ringer-Saison ist vorzeitig beendet. Auch weil nicht absehbar war, dass die Vereine mit der verschärften Situation in der Corona-Virus-Pandemie umgehen können und regulär die Saison beenden werden.

Für den ASV- und Bezirks-Vorsitzenden Wolfgang Fleischer kam der Entschluss wenig überraschend. Fleischer hatte sich schon vor zwei Wochen dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen. Damals hatte sich der Ringer-Verband nicht dazu durchgerungen. Die Argumente: Gerade eine gebeutelte Sportart wie das Ringen solle so lange wie möglich probieren, den Kampfbetrieb aufrechtzuerhalten. Denn nur dieser sorgt für Aufmerksamkeit – und auch genügend Nachwuchs. „Ich kann die Argumente nachvollziehen“, sagt Fleischer.

Nur war ihnen spätestens am Wochenende ohne echten Wettkampfbetrieb die Grundlage ebenso entzogen. Vielen Mannschaften ging es wie den Hofern, die keine Mannschaft unter 2G-Bedingungen stellen konnten – und auch mit der Organisation eines Wettkampftages unter 2G mit den ehrenamtlichen Helfern an die Grenzen der Überforderung gelangt wären. Nicht nur das führte in Bayern zu Absagen: „Bei anderen Vereinen hat die Kommune die Halle gesperrt“, weiß Fleischer von anderen Ringer-Standorten. Einstimmig wurde beschlossen, so teilte es der BRV mit, den Ligenbetrieb mit sofortiger Wirkung zu beenden. Davon betroffen sind auch alle Schülerligen innerhalb des BRV. Freundschaftskämpfe werden auch nicht erlaubt.

Denn eine Fortführung bis in den Dezember hinein wäre undenkbar gewesen. „Immer wieder sind bereits Vereine an uns herangetreten. Sie haben signalisiert, nicht weitermachen zu können“, sagte Ligenreferent Jens Heinz und sprach von einem „wichtigen Signal, das wir nun an die Vereine und Zuschauer entsenden“.

In Hof, wo Fleischer den Schritt bereits ahnte, besteht damit also Planungssicherheit. Der ASV muss nicht mehr darüber nachdenken, ob die weiteren ausstehenden Heimkämpfe realisierbar gewesen wären. „Ich bin froh, dass es eine einheitliche Linie für ganz Bayern gibt“, sagt Fleischer.

Noch nicht klar sind unterdessen die Abschlusstabellen, die in diesen Tagen erst noch nachgerechnet werden müssen. Denn der Saisonabbruch hat zur Folge, dass abgesagte Kämpfe bis zum Wochenende zwar noch gegen die absagenden Vereine gewertet werden, die weiteren Kämpfe allerdings nicht. So muss beispielsweise die Bayernliga-Tabelle noch korrigiert werden, weil Neumarkt und Nürnberg III bereits vorsorglich alle Kämpfe bis zum Saisonende abgesagt hatten. Diese wurden bereits gewertet – müssen nun aber wieder aus der Wertung herausgenommen und eine Quotienten-Tabelle gebildet werden. Für den ASV Hof wird sich dabei nicht viel ändern, wie Fleischer weiß. Er habe schon mal durchgerechnet, sagt er.

Spannend bleibt es trotzdem: Denn unklar ist nach wie vor die Aufstiegs- und Abstiegsfrage. Gerade beim Aufstieg kann es noch zu Veränderungen kommen, da nicht alle Vereine gewillt sind, in die Oberliga aufzusteigen. Allerdings führt die Regel einer Aufstiegspflicht dazu, dass Aufsteiger, die auf ihr Recht verzichten, mit dem Abstieg bestraft werden – und damit einer völlig neuen Ligen-Einteilung. Am 17. Dezember soll der Verbandsausschuss darüber entscheiden – und damit auch die Weichen für die neue Saison stellen.

Eine Gefahr besteht dabei: Dass die niedrigste Liga, die Gruppenliga, auch aufgrund der vielen Rückzieher von Vereinen vor der Saison, proppevoll wird – vor allem dann, wenn nicht genügend Teams aus der Gruppenliga aufsteigen. Beim ASV sagt Wolfgang Fleischer: „Unsere zweite Mannschaft wäre in der Lage und würde aufsteigen.“ Dann aber eben im Dezember am „grünen Tisch“.

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