Sinkende Zahlen von Asylsuchenden führten aber nicht unmittelbar zu einem gleich starken Rückgang der unterzubringenden Menschen, betonte der Leiter des Ordnungs- und Ausländeramt im Landratsamt des Vogtlandkreises, Jens Mittenzwey. Maßgeblich seien neben den Zu- und Abgängen auch die bestehenden Fallzahlen, Statusänderungen sowie die weitere Entwicklung der Ausreise- und Rückkehrprozesse.
So sind die Zahlen der untergebrachten Menschen im Vogtlandkreis auch nur moderat zurückgegangen. Im Juli 2026 waren 1.565 Menschen untergebracht, ein Jahr zuvor waren es gut 50 mehr. Die Kapazitäten würden aber schrittweise angepasst. So sei geplant, die letzte größere zentrale Einrichtung mit rund 350 Plätzen zeitnah zu schließen.
Flüchtlingsunterkunft Spreehotel wurde geschlossen
Auch im Landkreis Bautzen wurden bereits einige Einrichtungen geschlossen. Dort sind derzeit 582 Menschen untergebracht, vor einem Jahr waren es noch 1.745, wie das Landratsamt mitteilte. Geschlossen wurde in diesem Jahr unter anderem das als Flüchtlingsunterkunft genutzte Spreehotel in Bautzen.
Dieses war seit 2014 Asylunterkunft. Die Umwandlung des Hotels hatte für Proteste in der Region gesorgt. Zudem hatte es mehrere Brandanschläge auf das Gebäude gegeben. Nach Angaben des Landkreises war die Unterkunft 2017 aufgrund sinkender Zuweisungszahlen geschlossen worden. Im Jahr 2022 mietete der Landkreis das Spreehotel erneut als Unterkunft für Geflüchtete an, da die Asylzahlen damals wieder stiegen.
Lediglich im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zahl der untergebrachten geflüchteten Menschen auf einem nach wie vor hohen Niveau. Laut Landratsamt sind in den fünf Gemeinschaftsunterkünften und rund 430 Wohnungen derzeit 1.968 Menschen untergebracht. Der höchste Wert lag demnach im Jahr 2023 bei 2.517 Menschen. Der Bedarf werde fortlaufend geprüft und angepasst.