Die Staatsregierung will mit der Reaktivierung der Kernkraft in Bayern ernst machen. „Wir sind dafür, die bisherigen letzten drei Meiler zu reaktivieren, um vorübergehend – mindestens für die nächsten zehn Jahre – Strom- und Netzstabilität auch regional zu gewährleisten“, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Betroffen davon wären die 2017 bis 2023 stillgelegten Kernkraftwerke Isar II bei Landshut, Grafenrheinfeld bei Schweinfurt und Gundremmingen in Schwaben. Bei Letzteren ist der Rückbau zum Teil schon weit fortgeschritten. In Grafenrheinfeld wurde vergangenen Sommer der Kühlturm gesprengt, in Gundremmingen sind nach Angaben des Betreibers RWE aus den Maschinenhäusern „mehrere Tausend Tonnen Material“ ausgebaut. Erst vor knapp einem Jahr hatte das bayerische Umweltministerium die letzte Teilgenehmigung zum Abriss der Anlage erteilt.