Auftakt zur Spendenaktion „Hilfe für Nachbarn“: Jeder Euro zählt

Die große Spendenaktion geht in eine neue Runde, gerade jetzt will der Verein Menschen aus Hochfranken unterstützen. Foto: MH - stock.adobe.com

In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinander driftet, ziehen bei der Aktion von Frankenpost und Sparkasse alle an einem Strang. Jede Spende hilft Menschen, die in Not geraten sind.

Hof/Wunsiedel/Kulmbach - Diese Geschichten gehen ans Herz: Ein behindertes Kind, das nur mit einem umgebauten Auto am Familienausflug teilnehmen kann, ein Vater mit geringem Einkommen, der nach dem Tod seiner Frau mit kleinen Kindern alleine über die Runden kommen muss, oder eine Familie, die durch einen Hausbrand alles verliert. „Oft schüttelt es einen richtig, wenn man hört, was manchen Mitmenschen widerfährt und wie schnell sie unverschuldet in Armut schlittern“, sagt Andreas Pöhlmann. Der Vorstandschef der Sparkasse Hochfranken ist zugleich Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Nachbarn“ – ein Gemeinschaftsprojekt von Frankenpost und Sparkasse Hochfranken.

Seit 21 Jahren hilft die Aktion Menschen in Not, rund 4,7 Millionen Euro sind seitdem eingegangen. In dieser Summe enthalten sind auch 825 000 Euro aus dem Adventskalender der Süddeutschen Zeitung. Dieses Konto wird separat geführt und ist speziell zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen gedacht. Alle Spenden erreichen ohne Abzug Bedürftige in der Region.

Gerade jetzt hält Pöhlmann diese Art der Solidarität für wichtiger denn je. „In Zeiten, in denen überall der Kitt aus der Gesellschaft bröckelt, ziehen hier in Hochfranken alle an einem Strang.“ Das sei gerade in der Pandemie, wo die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gehe, notwendig. „Wir brauchen diesen Zusammenhalt.“

Da die Auftaktveranstaltung mit den sonst üblichen Scheckübergaben der Firmen heuer zum zweiten Mal wegen Corona entfällt, appelliert Pöhlmann auf diesem Weg an die Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit der Menschen in der Region und dankt ihnen für die Unterstützung in all den Jahren. „Wir haben hier wirklich tolle Leute.“

Im Spendenjahr 2021/2022 sind bislang über 67 000 Euro eingegangen, knapp 20 000 Euro waren es allein für die Opfer des Hochwassers nach dem Starkregen im Juli.

Wie Pöhlmann erzählt, kommen zum einen zuverlässig Spenden von Firmen aus der Region, aber auch ganz unterschiedliche Beträge von Privatleuten, zum Beispiel von einem Rentner, der Monat für Monat seine Betriebsrente an „Hilfe für Nachbarn“ überweist. Die Spanne bei den Einzelspenden reichte im vergangenen Jahr von einem Euro bis zu über 17 000 Euro. „Jeder noch so kleine Betrag hilft“, versichert der Vorsitzende.

Doch wer prüft, ob die Spende die Richtigen erreicht? Dafür hat „Hilfe für Nachbarn“ ein ganzes Netzwerk aus Hilfsorganisationen mit an Bord. Mitarbeiter von Diakonie, Caritas, BRK und Arbeiterwohlfahrt überprüfen jeden einzelnen Fall, beraten und helfen den Betroffenen. Für den Vorsitzenden sind sie diejenigen, die ins Licht der Öffentlichkeit gehören. „Sie kümmern sich großartig um Menschen in Not.“

Frankenpost-Geschäftsführer Serge Schäfers ist als Vize-Vorsitzender des Vereins dankbar für die Möglichkeit, bei diesem gesamtgesellschaftlichen Projekt mitzuwirken. Als Unternehmen wolle die Frankenpost hier Verantwortung übernehmen. „Und wir freuen uns über jeden, der sich an der Aktion beteiligt.“ Den Verein, die Kommunen und Hilfsorganisationen bezeichnet Schäfers als eingespieltes Team, das sich in all den Jahren bewährt habe. „Damit können wir den Menschen wirklich helfen.“

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