Aus Dankbarkeit Patzer vor 60 Jahren bringt Leuchter nach Thierstein

Silke Meier
Gerhard und Christel Gollner mit dem schmiedeeisernen Leuchter vor der Haustür in Bayreuth. Der Leuchter steht jetzt in der Friedhofshalle in Thierstein. Foto: /Silke Meier

Weil er sich für einen seiner Schüler eingesetzt hatte, bekam Gerhard Gollner einen riesigen Kandelaber geschenkt. Den hat er nun an die Kirchengemeinde seines Heimatorts übergeben.

Ein fünfarmiger, schmiedeeiserner Leuchter ziert ab sofort die Friedhofshalle in Thierstein. Groß war die Freude auf beiden Seiten, als Gerhard und Christel Gollner aus Bayreuth den Kandelaber an den Thiersteiner Pfarrer Knut Meinel übergeben haben.

Gerhard Gollner wurde in Thierstein getauft und konfirmiert und mit Ehefrau Christel getraut. Den Leuchter schmiedete der Vater eines Schülers aus Kirchenpingarten im Jahr 1966. Damals unterrichtete Gerhard Gollner an der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Bayreuth die Fächer Wirtschaft, Erdkunde und Sport. Zu jener Zeit mussten sich die Schüler ein halbes Jahr vor Schulabschluss für die staatliche Prüfung zum Gehobenen Dienst anmelden. „Einige meiner Absolventen meldeten sich rechtzeitig an, nur einer hatte den Termin versäumt: Rainer Busch aus Kirchenpingarten,“ erinnert sich Gollner. „Herzzerreißende Argumente“ habe er als Klassenleiter an die zuständige Behörde geschrieben. Mit Erfolg, denn Rainer Busch wurde nachträglich zur Prüfung zugelassen. Er bestand mit gutem Ergebnis und erhielt eine Anstellung beim Finanzamt Bayreuth. Aus Dankbarkeit schmiedete dessen Vater Martin Busch den Leuchter, der viele Jahre im Wohnzimmer der Gollners stand. „Ich freue mich, dass er nun in meinem Heimatort einem guten Zweck dienen soll“, sagte Gollner. Der Leuchter mit den fünf Kerzen, Durchmesser zehn Zentimeter, steht nun in Thierstein in der Friedhofshalle. Zur Jubelkonfirmation gab Pfarrer Knut Meinel erstmals die Geschichte rund um den schmiedeeisernen Leuchter weiter. sim

 

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