Aus dem Stadtrat Bekommt Selbitz einen Pumptrack?

Sandra Hüttner

Robin Specht will auf dem Parkplatz des einstigen Hallenbades eine solche Anlage bauen. Der Stadtrat wird demnächst darüber entscheiden.

Noch präsentiert sich der frühere Parkplatz des im Jahr 2018 abgerissenen Hallenbades trist. Dass könnte sich durch den Bau einen Pumptracks ändern. Foto: /Hüttner

Selbitz - Auf dem früheren Parkplatz des abgerissenen Hallenbades am Stadtrand von Selbitz könnte mit einem Pumptrack eine weitere Freizeitattraktion entstehen. Im Stadtrat erläuterte der Geschäftsführer des Kirchenlamitzer „RadQuartiers“, Robin Specht, das Konzept und die Kosten, die mit stolzen 361 545 Euro veranschlagt sind. Specht erklärte aber auf Anfrage von Klaus Schaumberg (Bündnis/Die Grüne), dass es Fördermöglichkeiten gebe, zum einen über Leader-Programm und auch über die Städtebauförderung. Beide Förderungen könnten greifen, da der Bau des Pumptracks mit Flächenentsiegelung einhergehe. Bürgermeister Stefan Busch merkte an, über die Städtebauförderung wären 60 Prozent Zuschuss möglich.

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735 Quadratmeter Asphaltfläche würden entsiegelt und 569 Quadratmeter – für den geschlossenen Rundkurs mit 217 Metern Fahrlänge bei 2,50 Meter Breite – wieder asphaltiert, erläuterte Specht. Die Wartungskosten würden gegen Null laufen. „Nur die Grünpflege wäre ein Punkt.“ Die Anlage wäre umgeben vom Beachvolleyballplatz, Fußballplatz und Tennisplätzen und befände sich zudem in der Nähe des Spielplatzes Eisenbühl. Somit wäre die Ausgangssituation perfekt.

Das Angebot würde mit einigen der beliebtesten Individualsportarten – Mountainbike, BMX, Inlineskating, Scooter und Skateboard – eine breite Zielgruppe ansprechen, nutzbar von Anfängern und Profis gleichermaßen. Die Multi-Sportanlage würde mehr als 15 Sportarten miteinander vereinen, auch Laufradfahren der ganz Kleinen bis hin zum Rollstuhlsport. „Der Rundkurs wird nur in einer Richtung befahren, sodass das Unfallrisiko sehr gering ist“, erklärte Specht, der die Gesamtgröße mit 1385 Quadratmetern bezifferte. Das Gesamtareal ist 1979 Quadratmeter groß. Die Zwischenbereiche würden mit Sport- und Spielrasen versehen, sodass sich die Anlage trotz der asphaltierten Fahrbahn perfekt ins grüne Landschaftsbild eingliedern würde. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal würde für Selbitz ein enormer gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen.

Klaus Adelt (SPD) fragte nach dem Lärmschutz. Martin Pittroff (Parteifreie Wähler) verwies auf das oberhalb gelegene Wohnbaugebiet. „Der meiste Lärm wird die soziale Interaktion sein – und die stellt keinen Lärm dar“, versicherte Specht. Pumptrack-Anlagen würden als Familiensportstätten wahrgenommen. Wenn zudem die späteren Nutzer beim Bau mit ins Boot genommen werden, dann empfänden sie die Anlage als die ihre, „ und die Akzeptanz ist um einiges höher.“ In anderen Städten würden derartige Angebote als Steigerung von Lebensqualität gesehen. Fünf Wochen würde die Bauarbeiten dauern. „Wir kommen mit einem großen Team und einigen Baumaschinen.“ Bedenken zu Unfallgefahren widersprach Specht, da alles „runde Kanten“ habe und nur in einer Richtung gefahren werde. „Die Verletzungsgefahr ist geringer als beim Fußballspiel.“

Die Räte sprachen von einer grundsätzlich interessanten Geschichte“; sie wollen nach Klärung von Fördermöglichkeiten in einer der nächsten Sitzungen darüber beschließen.