Aus Großwendern Gute Nachricht von der Kirchenmusik

Anja Lohneisen

Der Posaunenchor Großwendern besteht seit über 60 Jahren und kennt keine Nachwuchssorgen. Den Trend weg von der Kirchenmusik kann Obmann Michael Stumpe nicht feststellen.

Eindrucksvolle, festliche Klänge: der Posaunenchor Großwendern bei einem Konzert in der Kirche. Foto: Archiv Anja Lohneisen

Anfang März war in der Frankenpost über den Rückgang der Mitglieder in Kirchen- und Posaunenchören zu lesen und den damit verbundenen kulturellen Verlust für so manchen Veranstaltungskalender in Städten und Gemeinden und in Gottesdiensten. Das ist vielerorts tatsächlich bedauerlicherweise der Fall. Aber zum Glück sieht es manchmal auch ganz anders aus.

Nach der Werbung weiterlesen

Aus Großwendern zum Beispiel zeichnet Posaunenchor-Obmann Michael Stumpe viel positivere Bilder.

Mit Musik mehr Besucher

Der Großwenderner Musiker hat bemerkt, dass an Tagen, an denen der Posaunenchor im Gottesdienst spielt, mehr Besucher in die Kirche kommen. Auch Einladungen zu besonderen Auftritten, wie Serenaden werden gern angenommen. Viele Feste seien ohne Posaunenchor nicht das, was sie mit den Klängen von Trompete und Posaune seien. Zu Konfirmationen zum Beispiel oder natürlich an Weihnachten. „Oh du fröhliche“ mit Posaunen und Trompeten, vielleicht auch noch mit der Orgel zusammen ...da fängt doch das Fest erst richtig an“, begeistert sich Stumpe.

Er bedauert sehr, dass viele Musikgruppen – egal ob Posaunenchöre oder Gesangsgruppen – große Nachwuchssorgen haben, auch in den umliegenden Ortschaften. In Großwendern jedoch könne man voller Stolz sagen, dass man das Problem noch nie hatte und es auch aktuell kein Thema sei.

Seit 62 Jahren

Seit 1964 besteht in Großwendern ein eigenständiger Posaunenchor, dessen Nachwuchs hauptsächlich aus dem eigenen Dorf stammt. Natürlich freuen sich die „Wennerer“ aber auch, dass Bläser aus umliegenden Orten zum Chor gehören.

Aktuell 19 Chormitglieder

Großwendern hat ungefähr 350 Einwohner. Aktuell besteht der Posaunenchor aus 19 aktiven Bläsern. Seit der Gründung 1964 haben bisher 78 Frauen und Männer ein Blechblasinstrument beim Großwenderner Posaunenchor erlernt. Eine Bläserin sei derzeit in Ausbildung und werde in den nächsten Monaten bereits in der Lage sein, den Chor zu verstärken. Bei Interesse würden auch ab Herbst 2026 wieder Jungbläser ausgebildet, wobei sich das „Jung“ nicht auf das Alter beziehen muss.

Nachwuchssorgen hat der Posaunenchor Großwendern nicht. Der Altersdurchschnitt der Bläser liegt bei 38 Jahren. Foto: privat

Der kürzlich verstorbene Ehrenchorleiter und Ausbilder, Georg Dülp, war mit 87 Jahren das älteste Mitglied, jetzt ist der älteste Bläser 68 Jahre alt. Die jüngste Bläserin ist 14 Jahre jung. Insgesamt liegt der Altersdurchschnitt bei etwa 38 Jahren, eine junge Truppe also, auf die man ruhig stolz sein kann.

Von klassischem Choral bis modern

Das Repertoire ist weitumfassend, auch weltliche Stücke gehören dazu. Wobei aber natürlich das Hauptaugenmerk auf die Kirchenmusik – vom klassischen Choral bis zu moderneren Stücken – gerichtet ist. In manchem Ohr dürfte noch der Tango nachklingen, den die Wennerer Bläser zum Feuerwehr-Festgottesdienst zum Besten gegeben haben.

Aktuell bereiten sich die Bläser unter der Leitung von Lars Dietrich auf zwei Serenaden vor:

Am Sonntag, 12. April, sind sie in der Auferstehungskirche in Großwendern zu hören und am Sonntag, 10. Mai, in Holenbrunn.

„Die Wennerer sennerer“ – so heißt es im Volksmund. Auf jeden Fall sind sie musikalisch im Namen des Herrn unterwegs, gut aufgestellt und aktuell ganz ohne Nachwuchssorgen.