Aber auch die Tour durch den Landkreis Kulmbach ist nicht „ohne“: Hier geht es besonders eng zu in Kasendorf. Noch schwieriger: Stadtsteinach mit seiner verzwickten Ortsdurchfahrt. Die teils kleinen Kurvenradien am Marktplatz erfordern es, weit in die Gegenfahrbahn auszuholen. Auch die Engstelle beim Heimatmuseum treibt dem Fahrer die Schweißperlen auf die Stirn. Dort kann man nicht einmal auf den Gehsteig ausweichen, da er vor dem Museum allenfalls 50 Zentimeter breit ist. Die andere Seite begrenzt eine hohe Steinmauer.
Aber: Mit akribischem Fingerspitzengefühl meistert der Trucker auch dieses Nadelöhr. Er ist kein heuriger Haase: Ron Welling lenkt schon über die Hälfte seines Lebens Schwertransporte. Ihn reizt die Herausforderung: „Das ist eine große Verantwortung, so einen großen Zug zu bewegen. Da braucht man Genauigkeit und einen kühlen Kopf“, sagt der 45-jährige Fahrer. Er muss akribisch genau arbeiten, sonst wird es schnell teuer. Wenn es besonders eng ist, müssen die Männer aus dem Begleittross schon mal störende Verkehrsschilder abbauen. Oder der Fahrer das ganze Gespann hydraulisch absenken.
Kopfzerbrechen macht dem Transporteur das kritische Wetter. Immer wieder schneit es. Doch der Mercedes hat dank zweier angetriebener Hinterachsen eine gute Traktion. „ Ich war überrascht, wie gut geräumt und gestreut die Fahrbahnen waren,“ sagt Fahrer Ron. Und das ist auch gut so. Denn bei schneebedeckter Straße hätte der Konvoi die starken Steigungen und Gefälle am Kirchberg nicht bewältigen können. red