Ausstellung in Bad Steben Das Magische im Realen

Stefanie Barbara Schreiner mit Grafiken von Hans Ticha (rechts) und Bettina Francke (links) in der neuen Ausstellung des Grafikmuseums Stiftung Schreiner im Bad Stebener Kurhaus . Foto: Sabine Gebhardt

Fast 40 Künstler aus neun Ländern präsentiert das Bad Stebener Grafikmuseum in seiner neuen Ausstellung. Alle Werke gehören der Sammlung des Museums an.

Bad Steben - Nach der langen Zwangspause durch Corona empfängt das Grafikmuseum Stiftung Schreiner Bad Steben wieder kunstinteressierte Besucher mit einer neuen Ausstellung: Die Schau trägt den Titel „Das Magische im Realen“ und vereint Werke von knapp 40 Künstlern aus neun Ländern.

Alle Grafiken und einige wenige Gemälde, die nun zu sehen sind, gehören der Sammlung des Grafikmuseums an. Stefanie Barbara Schreiner hat sie ausgewählt, wie sie erklärt, unter durchaus sehr subjektiven Gesichtspunkten. So beziehe sich der Titel der Ausstellung nicht auf die Inhalte der gezeigten Werke – sondern darauf, dass sie selbst in den 27 Jahren, die das Museum besteht, in der intensiven Beschäftigung mit der Kunst, in Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern, „mit starken Persönlichkeiten“, diese Magie verspürt habe: „Die Magie der Erinnerungen.“ So seien es Werke, die sie besonders stark berührt haben. Es handelt sich daher nicht um eine Retrospektive der Sammlung: „Aufgrund der Umstände, in denen die Zeit stillstand, beim Zurückschauen auf die Entwicklung dieser Sammlung bis hin zu den Bildern der letzten Ausstellungen führt der Weg dennoch in die Zukunft“, schreibt Schreiner zu der Ausstellung. Dem Titel der Schau gibt sie diesen Gedanken mit: „Kunst findet ihre Bedeutung in der subjektiven Vorstellung dessen, der sich ihr zuwendet – das unterscheidet sie von der Realität der lebensnotwendigen Dinge. Sie hat ihren eigenen Ausdruck, weil nur die Kunst vom Gesetz der Realität freigesprochen ist.“

Als Künstlerinnen und Künstler, die sie besonders berührt haben, nennt sie zum Beispiel Martin Assig mit seiner Ambivalenz des Gegenständlichen zum Abstrakten; Karin Pietschmann, die mit zwei riesigen, starken, von einer Lost-Places-Architektur geprägten Grafiken vertreten ist; den Bulgaren Dimo Kolibarov mit seinen feinen wie feinsinnigen, surrealen Kompositionen; Horst Janssen, der seinen zeichnerischen Strich so Schnödem wie einem Schuh oder einem toten Vogel zuwandte; den Berliner Reiner Schwarz. Vertreten sind unter anderem auch der Rumäne Dorel Dobocan, der mit wenigen markanten Umrisslinien typische Szenerien geradezu minimalistisch zu erfassen vermag wie eine Gruppe von Frauen am Gestühl einer Kirche; großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien der Polin Isabella Retkowska lösen die feinen Strukturen in ganz alltäglichen Dingen zu grafischen Gestaltungen auf; Hans Ticha nutzt die Stilmittel der Pop-Art für seine kritischen Botschaften.

Die Ausstellung präsentiert damit viele Künstler, die bereits im Grafikmuseums ausgestellt haben, aber mit Werken, die bisher noch nicht zu sehen waren. Ergänzend präsentiert das Museum einige großformatige Künstlermappen in der Vitrine, unter anderem von Klaus Schröter. Die vielen verschiedenen Techniken, Inhalte und Stile der Werke fügen sich zusammen zu einem sehr sehenswerten Einblick in die große Sammlung des Grafikmuseums, die geprägt ist von Internationalität – und von Qualität.

Die Öffnungszeiten des Grafikmuseums Stiftung Schreiner im Kurhaus Bad Steben in der Badstraße 30/31: vom 14. Juli an jeweils mittwochs, donnerstags, freitags, samstags und sonntags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr.

Die jeweils aktuell geltenden Corona-, Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten.

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