Ausstellung in der Freiheitshalle Ein Hofer gewinnt Sandig-Preis

Die Juroren nach ihrer Entscheidung mit den „diagonal“-Bildern des Preisträgers Hermann Rudorf im Foyer der Hofer Freiheitshalle. Zu sehen sind von links Peter Nürmberger, Rald Sziegoleit und Annette Bätjer. Foto: /Annie Sziegoleit

Eine Jury verlieh die Auszeichnung an Hermann Rudorf. Eine Entscheidung, die naheliegt: Seine Arbeitsweise ähnelt der Armin Sandigs.

Hof - Bei der Eröffnung einer Ausstellung im Foyer der Freiheitshalle soll der Preis am 26. Februar kommenden Jahres überreicht werden. Die Schau wird jene 90 Gemälde und Zeichnungen von 30 Künstlerinnen und Künstlern präsentieren, die eine Jury aus insgesamt 650 Einreichungen ausgewählt hat. Außer dem Hauptpreis, den Hermann Rudorf erhält, wird ein mit 1500 Euro dotierter Förderpreis vergeben. Die Jury sprach ihn der 1988 in Heidelberg geborenen Malerin Lena Ader für ihre Frauenbilder zu, die sich durch Geheimnis und Skepsis auszeichnen.

Ideengeber für den Kunstpreis, der an den renommierten Künstler Armin Sandig erinnert — er wurde 1929 in Hof geboren und starb 2013 in Hamburg —, war der Kunstverein Hof. Gern aufgegriffen wurde der Vorschlag von Peter Nürmberger, dem Leiter des Fachbereichs Kultur der Stadt Hof, finanzielle Unterstützung leisteten auch die Hamburger Stiftung Armin Sandig e.V. und die Dr.-Hans-Vießmann-Stiftung in Hof. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen, in dem alle ausgestellten Arbeiten farbig abgebildet sind.

Unter einem glücklichen Stern stand der Wettbewerb nicht. Die Corona-Pandemie beeinträchtigte den Ablauf. Wegen des Lockdowns verging viel Zeit, bis eine Jury die per E-Mail eingereichten Arbeiten erstmals sichten konnte. Eine Jurorin sah sich zur Absage gezwungen, später verzichteten zwei Künstler auf die Teilnahme, weil es ihnen zu gefährlich schien, mit ihren Bildern auf Reisen zu gehen, andere Künstler hatten eingereichte Werke inzwischen verkauft, und vor der zweiten Jurysitzung, bei der über die Preisträger entschieden wurde, erkrankte der Juror Rolf Schuster, für den Annie Sziegoleit einsprang.

Die Sitzung am Montag, zu der aus Hamburg die Malerin Annette Bätjer, Sandigs langjährige Lebensgefährtin, angereist war, verlief harmonisch. Nachdem die Jury für den Hauptpreis ein halbes Dutzend Favoriten ausgewählt hatte, fiel die Entscheidung für Hermann Rudorf, sportlich betrachtet, in einer Art Herzschlagfinale. Ausschlaggebend war eine Verwandtschaft zur Arbeitsweise Sandigs. Rudorf ist wie der Namensgeber des Preises ein Abstrakter, der sich auch auf Gegenständliches einlässt, er ist ein Meister der Farbkomposition.

Armin Sandig gilt als Hofs bedeutendster zeitgenössischer Maler. Er war Autodidakt, weil er fürs Studium gar keine Zeit hatte, und lebte seit 1951 in der Hansestadt Hamburg, die ihn zum Professor ehrenhalber ernannte. Hermann Rudorf, 1956 geboren, studierte in Nürnberg bei Ernst Weil und in Berlin bei den Künstlern Herbert Sturm und Allen Jones. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1980 im Galeriehaus Weinelt in Hof. 1989 verließ er seine Heimatstadt mit der Begründung, das Klima für Kultur sei hier so „ungünstig“, dass er keine Perspektive mehr sehe. Danach absolvierte er erfolgreiche Ausstellungen von Frankfurt bis Düsseldorf, von Berlin bis München. Und immer wieder zeigte er sich und seine Kunst auch in der Region.

In einer ersten Reaktion auf die Auszeichnung in Hof sagte Rudorf, er freue sich sehr über diesen „Lichtblick in schwieriger Zeit“. Es sei das erste Mal, dass er auf diese Weise ausgezeichnet werde.

 
 

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