Das erste Foto, gleich hinterm Eingang, ist ein Selbstbildnis der besonderen Art: Es heißt „Du kannst nicht nicht sehen“ und zeigt Robert Christ, den Fotografen, der die Hände vors Gesicht schlägt und trotzdem nicht verhindern kann, dass ihn Szenen aus dem von Krieg, Gewalt und Elend geprägten Alltag bedrängen. Irritierend daran ist, dass die 16 ihn umgebenden Bilder nicht aus der Wirklichkeit entnommen, sondern mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt worden sind. Was die Frage aufwirft: Kann man ihnen überhaupt trauen? Und weiter: Wo soll es hinführen, wenn wir Belege aus der Wirklichkeit durch KI-Fakes ersetzen? Ein bei der Ausstellungseröffnung anwesender Maler und Bildhauer aus Selb äußerte die Befürchtung, dass es ihn und seine Kollegen „bald nicht mehr braucht“.