Ausstellung Kultur im Wald entdecken

Christine Rittweg
An einem Modell informieren sich die Eröffnungsgäste der Ausstellung über Naturdenkmäler. Foto:  

Schwarzenbach ist „Waldhauptstadt“. Dazu passt eine Ausstellung, die nun im Rathaus eröffnet worden ist.

„Denkmal im Wald – Kultur in der Natur“ heißt eine Ausstellung, die Bürgermeister Reiner Feulner nun im Foyer des Schwarzenbacher Rathauses eröffnet hat. Mit dabei waren Forstoberrätin Brigitta Köhler-Maier, Forstdirektor Fritz Maier, die Förster Jonas Hellpoldt, Felicitas Hraball und Markus Weihrich sowie Dieter Frank und Randolf Hartmann vom Frankenwaldverein, zweiter Bürgermeister Matthias Wenzel und Mitarbeiter Werner Peetz. Die Ausstellung passe wunderbar zum Thema „Waldhauptstadt“, betonte Feulner. „Der Wald lebt“, das sieht man zum Beispiel am Rodachrangen in Schwarzenstein, der nach dem Sturm Kyrill komplett darniederlag und jetzt wieder bewaldet sei, obwohl nur gut zehn Prozent von den 90 Hektar bewusst angepflanzt wurden.

Vor Jahren wurde damit begonnen, Bodendenkmäler zu erfassen und zu katalogisieren, erwähnte Forstoberrätin Köhler-Maier. Zu finden ist die Liste auch im Bayern-Atlas. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Denkmäler es aus den verschiedensten Epochen gibt.“ Dazu gehören auch Grabhügel, Felsen als Opferstätten, alte Grenzsteine oder Meilerplätze wie im Thiemitztal. Die Wälder mit ihren kulturellen Schätzen seien eine der bedeutendsten Quellen unserer Geschichte; dazu gebe es auch Fortbildungen. „Nur was man kennt, schätzt man, und nur was man schätzt, schützt man.“

Jonas Hellpoldt erklärte die moderne Forstwirtschaft mit Verjüngung des Waldes. Rückegassen verliefen nur dort, wo es keine Bodendenkmäler gibt. „Natürlich werden Maschinen für die Bewirtschaftung des Waldes gebraucht.“ Bei Bedarf könnten auch Pferde für die Rückearbeiten eingesetzt werden.

• Die Wanderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan, des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und des Vereins für Nachhaltigkeit. Unterstützt wird das Projekt von der Bayerischen Forstverwaltung. Rund 55 000 bekannte Bodendenkmäler gibt es in Bayern, von denen mehrere tausend unter dichten Bewuchs gut geschützt im Wald liegen. Auf 13 Schautafeln werden die Bodendenkmäler im Wald, wie Grabhügel, der Limes, mittelalterliche Burgen sowie Relikte neuzeitlicher Industrie beschrieben und erklärt. Deutlich wird auf die Gefährdung der Bodendenkmäler hingewiesen, Möglichkeiten zu ihrem Schutz werden erläutert.

Die Ausstellung ist ein Beitrag zur „Waldhauptstadt Schwarzenbach am Wald“ und ist bis 1. Juli im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Am 2. und 3. Juli ist sie dann auf dem Gelände der Oberfränkischen Waldarbeitsmeisterschaften am Festplatz Schützenstraße aufgebaut.

 

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