Ausstellung „Milk & Biscuits“ in der „MAKkultur“

Matthias Kuhn

In Marktredwitz zeigen Madlen Poguntke und Hannah Gottsmann ihr Können. Dabei wird klar: Die Region hat eine Menge an künstlerischem Potenzial zu bieten.

Der Kulturförderpreis der Stadt Marktredwitz soll vor allem junge Künstler ermutigen, sich der Öffentlichkeit zu stellen. Hannah Gottsmann und Madlen Poguntke sind ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Region unvorstellbares Potenzial hat.

Als Preisträger des Jahres 2020 mussten sie wegen Corona einige Zeit darauf warten, ihre Kunst zu präsentieren. Doch jetzt haben sie die Räumlichkeiten der „MAKkultur“ im Leopoldhaus zur Verfügung. Diese bilden eine Plattform für die Präsentation ihrer Kunst unter dem Namen „Milk & Biscuits“. Dabei haben die beiden fast schon die Grenzen eines Förderpreises ausgehebelt. Hannah Gottsmann studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 2021 erhielt sie den Titel Meisterschülerin und schloss ihr Studium mit dem ersten Staatsexamen ab. Die Anerkennung im Rahmen des Amberger Kunstpreises sowie das Stipendium des Freistaates Bayern „Junge Kunst und neue Wege“ legen Zeugnis davon ab, dass sie das Stadium eines Förderpreises längst hinter sich gelassen hat.

Ebenso kann Madlen Poguntke auf dem Gebiet der Musik schon auf eine beachtliche Entwicklung zurückblicken. Sie studierte in Regensburg Musik und Lehramt. Zur Zeit promoviert sie an der Musikhochschule in München. Sie hat auch Werke für diesen Abend geschaffen, die mit den Bildern und Videos von Hannah Gottsmann korrespondieren.

Außerdem hat sie sich mit starken Frauen aus der Historie beschäftigt, die sich in der Musikwelt ihrer Zeit einen Platz erkämpft hatten und stellte sie bei dem Konzert vor. Mit „Tinderella“ hat Madlen Poguntke ein Werk geschaffen, das ganz eng mit dem gleichnamigen Werk von Hannah Gottsmann verbunden ist. Die hatte Bilder und Videoinstallationen mitgebracht. In den Bildern zeigt sie sehr reale Darstellungen, die durch die Komposition auf der Leinwand ihre Kraft entfalten und die Aussagen der Bilder kreieren. Die Videos sind alle in ein besonderes Umfeld passend zum Thema gebettet. Sei es durch aufgeschnittene Tennisbälle, die auf links gedreht wurden, vor dem Hometrainer platziert oder in einem rosa Zelt mit Sitzkissen. Die Videos regen dazu an, den Sinn und eingefahrene Vorstellungen zu hinterfragen. So waren bei der Vernissage überwiegend nachdenkliche Gesichter zu sehen.

Das Publikum bestand an diesem Abend nicht nur aus den Kulturinteressierten, die immer wieder bei Ausstellungen anzutreffen sind, sondern es waren auch auffallend viele jüngere Besucher zu sehen. Es zeigt sich, dass die Kultur in Marktredwitz und Umgebung lebendig ist und mit beachtlichen Werken aufwarten kann, die es wert sind, sich damit zu beschäftigen.

 

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